Fugees-Rapper Pras tritt 14-jährige Haftstrafe an

Der wegen Geldwäsche und illegaler Lobbyarbeit verurteilte Rapper will Berufung einlegen.

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Pras Michel, Mitglied der Fugees, wurde 2023 unter anderem wegen Geldwäsche, illegaler Lobbyarbeit und Verstößen gegen das Wahlkampffinanzierungsrecht verurteilt. Nun hat er sich der Federal Correctional Institution in Safford, Arizona, gestellt, wo er eine 14-jährige Haftstrafe verbüßen wird.

„Heute ist ein schmerzhafter Tag für Pras, für seine Familie und für alle, die an ein gerechtes Rechtssystem glauben“, erklärte Michels Sprecherin Erica Dumas in einem Statement. „Pras respektiert den Rechtsprozess, wenn er seinen Strafantritt vollzieht. Die Anklagepunkte, die zu seiner Verurteilung geführt haben, werden im Berufungsverfahren energisch angefochten. Sein Anwaltsteam ist überzeugt, dass die Akten zeigen werden, dass seine Rechte verletzt und die Wahrheit verschleiert wurden. Dieses Kapitel ist schwer – aber es ist nicht sein letztes.“

Ein Richter hatte Michel zunächst aufgefordert, seine Strafe im Januar anzutreten, verlegte den Termin dann aber auf März. Anschließend gewährte er ihm weitere 30 Tage Aufschub, sodass der 30. April als endgültiger Stichtag feststand.

„Er muss den Kampf von innen heraus führen“, sagt Dumas gegenüber ROLLING STONE. „Das Berufungsverfahren steckt noch ganz am Anfang. Wie man sich vorstellen kann, ist das ein äußerst komplizierter Fall mit einer Menge Akten.“

Letzter Ausgang mit Kanye

Dumas zufolge hat Michel die Zeit vor seinem Haftantritt mit seiner Familie verbracht. „Er geht kaum aus“, sagt sie. „Er lebt vegan, trinkt nicht und raucht nicht.“ Sein letzter größerer Ausflug war Kanye Wests Konzert am 3. April in Los Angeles, wo er laut Dumas in einer Suite mit Dave Chappelle und Erykah Badu abhing und mitsang, als Lauryn Hill als Wests Gast die Bühne betrat.

2023 war Michel bei Reunion-Auftritten der Fugees dabei, distanzierte sich später jedoch von Hill und Wyclef Jean – Dumas hob dennoch hervor, dass er bei einem von Hills Songs mitgesungen habe. Im März hatte Michel eine Klage gegen Hill fallen gelassen.

Bundesstaatsanwälte hatten Michel 2019 angeklagt und ihm vorgeworfen, illegale Beiträge zu Präsident Obamas Wiederwahl-Kampagne 2012 geleistet zu haben. Die Anklagepunkte wurden später ausgeweitet und umfassten Bankbetrug, die Verschleierung wesentlicher Tatsachen und Zeugenbeeinflussung. Auch Verstöße gegen den Foreign Agents Registration Act sowie das Agieren als nicht registrierter Agent der Volksrepublik China wirft man ihm vor.

ROLLING STONE berichtete, dass die Vorwürfe auf Michels Verbindung zu Low Taek Jho zurückgingen. Man wirft dem malaysischen Finanzier vor, 4,5 Milliarden Dollar aus einem staatlichen Fonds veruntreut zu haben. Das US-Justizministerium behauptete, Michel habe einen Teil dieses Geldes eingesetzt, um die Trump-Administration unter Druck zu setzen, die Ermittlungen gegen den Finanzier einzustellen.