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Golden Globes: Ricky Gervais‘ Auftritt nimmt politische Dimensionen an


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Bei den diesjährigen Golden Globes übernahm Komiker Ricky Gervais einmal mehr die Moderation und wurde danach zu dem größten Gesprächsthema des Abends. Sein Eröffnungsmonolog stellte dabei die gesamte Verleihung in den Schatten und wird nun heiß diskutiert. In den USA wurde das Thema nun zum Kampf der politischen Gegner und von linken und rechten Medien gleichermaßen diskutiert. Ricky Gervais selbst stellte allerdings eindeutig klar, auf welcher Seite er steht.

Auf Twitter stellte er die Frage „Wie zur Hölle können Scherze über riesige Firmen, über die reichsten und privilegiertesten Leute, als rechts-konservativ wahrgenommen werden?“ Damit antwortete der Brite auf Kritiker, die ihm vorwarfen, den Sprachgebrauch des rechten Flügels zu übernehmen. Eliten-Bashing und vor allem auch seine Aussage, dass Hollywood „nichts von der realen Welt wisse“ und deswegen nicht ständig belehrend wirken solle, wurden ihm zum Vorwurf gemacht. Damit würde sich Gervais einer Argumentationsstruktur bedienen, die für gewöhnlich in rechten Kreisen benutzt wird. Gervais habe damit wichtige – vor allem in Zeiten von Trump – Statements verwässern oder verhindern wollen. Tatsächlich bekam Gervais unter anderem Applaus von Fox News, die ihn ungeachtet seiner „liberalen Einstellung“ für seinen mutigen Auftritt lobten.

Ricky Gervais auf Twitter:

Der Brite hatte bereits vorher angekündigt, dass er nie wieder die Golden Globes moderieren wird. Insgesamt war er nun zum 5. Mal als Host der Show zu sehen und war bekannt für seinen schwarzen Humor während der Verleihung. Eine ähnlich große Aufregung wie dieses Jahr gab es dabei allerdings nicht.


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