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„Grauenhaftes Fernsehen! Kotz!“: Neue TV-Show von Gottschalk wird im Netz verrissen


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Neuer (alter Sender), neues (altes) Glück: Das dachten sich wohl Thomas Gottschalk und Sat1, als sie dem Herbstblonden ein TV-Format zusammenbastelten, das seine Moderationsstärken mit dem Profil des Kuschel- und Familiensenders verbinden sollte. „Little Big Stars“ ist so etwas wie eine Melange aus „The Voice Kids“ und dem „Supertalent“ – eben eine weitere Sendung, in der es vor allem um die „ganz großen Momente“ geht.

Da es sich nicht um ein Live-Event handelte, konnte Sat1 nach der Aufzeichnung noch einmal in der Postproduktion kräftig Hand anlegen und mit Hilfe von gezielten Schnitte auf das vor Tränen aufgelöste oder erstaunte Publikum Emotionen verstärken. Jedem, der mit solchen Formaten nicht so vertraut ist, durfte aber auffallen sein, dass dieses an sich eh schon ambivalente und zum teil geschmacklose Stilprinzip hier auf geradezu stümperhafte Art und Weise und zudem inflationär eingesetzt wurde.

„Soundschnitt von tauben Schimpansen“

Dafür gab es im Netz heftige Kritik. Comedy-Autor Micky Beisenherz brachte seinen Zorn über die misslungene Sendung noch am Subtilsten auf den Punkt:

TV-Trash-Experte Oliver Kalkofe kannte hingegen keine Gnade und schrieb sich, noch während die Show lief, auf Twitter die Wut über das „grauenhafte Fenrsehen“ von der Seele:

Auch auf Facebook legte Kalkofe nach – und hatte vor allem Mitleid mit dem Fernsehveteranen (für dessen Talent es in den letzten Jahren anscheinend einfach kein vernünftiges Format im Fernsehen mehr zu geben scheint):


Die besten Jazz-Alben aller Zeiten: Miles Davis – „Kind of Blue“

Den Jazz-Einstieg für jedermann gibt es nicht. Post-Punk-Fans mag Monks kratzbürstiger Tastensinn reizen, und für Grindcore-Sozialisierte gibt es schließlich Brötzmanns „Machine Gun“. „Kind of Blue“ kriegt uns alle Für Miles spielten die meisten Hardbopper damals zu viel, zu lang und zu schnell. Seine Lösung: modales Spiel statt Akkordhektik, Midtempo, viel Luft zwischen den Noten. Zu den Sessions brachte er nur einige Skizzen, doch die Wahl des Ensembles war eine kompositorische Glanzleistung. Cannonballs Blues trifft auf Tranes waghalsige Läufe, Bill Evans setzt impressionistische Akzente, und Miles’ Trompete hält die Zügel fest. Heute verblüfft, wie aufgeräumt und unbeschwert vom historischen Gewicht dieses…
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