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80 Jahre „Der große Diktator“

Die legendäre Friedensrede von Charlie Chaplin


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Nachdem Charlie Chaplin von den schrecklichen Gräueltaten der Nazis erfuhr, vom Holocaust, von der Verfolgung und Tötung von Minderheiten, von der Vernichtung des politischen Feindes, bat er um Entschuldigung für seinen Film „Der große Diktator“. Er sei der hässlichen Fratze des Schreckensregimes nicht angemessen gewesen.

80 Jahre nach dem Kinostart am 15. Oktober 1940 steht diese gloriose, bissige und dennoch zutiefst humanistische Komödie immer noch als strahlendes Beispiel für eine Kunst, die gleichsam das Tor zur Wahrheit aufreißt und sich dennoch nicht über die Menschen erhebt, die verführt worden sind. Stattdessen wird ihnen mit den Mitteln der Satire und der Offenlegung des Absurden die Hand gereicht.

Ein jüdischer Friseur wird aus Versehen zum Führer

Die Geschichte von „Der große Diktator“ ist jedem bekannt, der mehr als einen Schwarz-Weiß-Film im Leben gesehen hat: Diktator Anton Hynkel ist der Anführer von Tomanien und bereitet hinter dem Rücken des Herrschers von Bakteria (Benzino Napoloni) die Invasion des Nachbarlandes Osterlitsch vor. Heimlich denkt er aber darüber nach, die Welt zu beherrschen.

Die Weisheit der kleinen Leute: Charlie Chaplin in seiner Doppelrolle – hier als namenloser jüdischer Friseur

Ein jüdischer Friseur, der zufällig so aussieht wie Führer Hynkel, wird nach einem verworfenen Attentatsversuch und der Flucht aus einem KZ mit Hynkel verwechselt, der zur Ablenkung wegen des geplanten Angriffs auf das Nachbarland auf Entenjagd ist. Der Führer kommt in den Bunker und der unbescholtene Friseur spricht, eigentlich ohne es zu wollen, doch dann mit dem ganzen Mut des kleinen Mannes, vor Tausenden jubelnden Menschen und Millionen an den „Volksempfängern“, was er über die Welt denkt, in der er lebt.

Ein Appell an die Nächstenliebe und die Kraft der Gemeinschaft, sich gegen Hass und Angst zu wehren. Eine große Rede am Schluss eines notwendigen Kinolehrstücks – vielleicht die größte, die jemals in einem Film zu sehen war. ROLLING STONE führt sie hier noch einmal im Wortlaut auf, weil sie in Zeiten des Wandels und der Verunsicherung ihre Aufrichtigkeit und Zeitlosigkeit beweist.

„Es tut mir leid aber ich möchte nun mal kein Herrscher der Welt sein, denn das liegt mir nicht.
Ich möchte weder herrschen, noch irgendwen erobern, sondern jedem Menschen helfen, wo immer ich kann. Den Juden, den Heiden, den Farbigen, den Weißen.

Jeder Mensch sollte dem anderen helfen, nur so verbessern wir die Welt. Wir sollten am Glück des andern teilhaben und nicht einander verabscheuen. Hass und Verachtung bringen uns niemals näher. Auf dieser Welt ist Patz genug für jeden, und Mutter Erde ist reich genug, um jeden von uns satt zu machen.
Das Leben kann ja so erfreulich und wunderbar sein. Wir müssen es nur wieder zu leben lernen.

Die Habgier hat das Gute im Menschen verschüttet und Missgunst hat die Seelen vergiftet und uns im Paradeschritt zu Verderb und Blutschuld geführt. Wir haben die Geschwindigkeit entwickelt aber innerlich sind wir stehen geblieben. Wir lassen Maschinen für uns arbeiten und sie denken auch für uns.

Die Klugheit hat uns hochmütig werden lassen, und unser Wissen kalt und hart. Wir sprechen zu viel und fühlen zu wenig. Aber zuerst kommt die Menschlichkeit und dann erst die Maschinen. Vor Klugheit und Wissen kommt Toleranz und Güte. Ohne Menschlichkeit und Nächstenliebe ist unser Dasein nicht lebenswert.

Aeroplane und Radio haben uns einander näher gebracht. Diese Erfindungen haben eine Brücke geschlagen, von Mensch zu Mensch. Die erfordern eine allumfassende Brüderlichkeit, damit wir alle Eins werden. Millionen Menschen auf der Welt können im Augenblick meine Stimme hören. Millionen verzweifelter Menschen, Opfer eines Systems, das es sich zur Aufgabe gemacht hat Unschuldige zu quälen, und in Ketten zu legen.

Allen denen die mich jetzt hören rufe ich zu : Ihr dürft nicht verzagen! Auch das bittere Leid das über uns gekommen ist, ist vergänglich. Die Männer, die heute die Menschlichkeit mit Füssen treten werden nicht immer da sein. Ihre Grausamkeit stirbt mit ihnen, und auch ihr Hass. Die Freiheit, die sie den Menschen genommen haben, wird ihnen dann zurückgegeben werden.

Auch wenn es Blut und Tränen kostet, für die Freiheit ist kein Opfer zu groß.“

FilmPublicityArchive FilmPublicityArchive/United Archives via Getty Images

Paul McCartney kostete „Wetten dass..?“-Moderator den Job

In seinem Buch „Wetten, dass... Erna kommt?!“ lässt Wolfgang Lippert seine Karriere als Entertainer Revue passieren. Natürlich spricht er darin, der Titel deutet es bereits an, über seine Zeit als Moderator bei „Wetten, dass..?“ und enthüllt, dass er wohl wegen Paul McCartney den Moderatoren-Job an den Nagel hängen musste. Nach nur neun Sendungen, die das ZDF zwischen 1992 und 1993 ausstrahlte, war damals bereits wieder Schluss für Lippert. Dazu trug seiner Meinung nach ein Vorfall bei, der sich am 23. Januar 1993 ereignete. In der Show tupfte der Moderator Paul McCartney mit einem Papiertaschentuch die schwitzende Stirn ab. Ein Moment…
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