Harry Styles hat gerade die größte Performance seiner Solokarriere abgeliefert
Beim Meltdown Festival in London zeigte Harry Styles, begleitet vom Jules Buckley Orchestra, den Abend seines Lebens – ein offizielles Release ist Pflicht.
Wir sagen es klar und deutlich: Harry Styles hat gerade den größten Moment seiner Solokarriere hingelegt.
Gestern Abend unterbrach der Sänger, der sich mitten in zwölf Wembley-Stadium-Auftritten befindet, seinen Londoner Marathon für eine ganz besondere Einzelshow beim Meltdown Festival, das er 2026 selbst kuratiert.
Das Lineup ist typisch eklektisch für den ehemaligen One-Direction-Mann: von Jazz-Größe Kamasi Washington bis zu den herrlich chaotischen Getdown Services, die gestern Abend ebenfalls auf ihrer eigenen Show brillierten.
Ein Abend für die Ewigkeit
Doch wenn sich der Staub über dem Meltdown Festival gelegt hat, werden alle Blicke auf genau diesen Abend zurückfallen. Begleitet vom Jules Buckley Orchestra – dessen Namensgeber die Streicher auf dem jüngsten Albumtrack „Coming Up Roses“ arrangiert hat – erlebte Styles‘ feinste Soloarbeit eine wirklich atemberaubende Neuinterpretation.
In dem weitläufigen Saal war eine Stecknadel zu hören, als er mit dem selten gespielten „Boyfriends“ aus „Harry’s House“ eröffnete und dann über die Bedeutung des Abends sprach – sichtlich bewegt, überhaupt dabei sein zu dürfen. Einer der wesentlichen Unterschiede zu seinen Wembley-Shows, witzelte er, sei, dass man hier wohl kaum seine Brustwarzen zu Gesicht bekommen werde.
Doch was an Nippeln fehlte, machte Styles mit Klasse wett. Das unterschätzte Debütalbum-Stück „Two Ghosts“ klang selten so gut, während der emotionale Titeltrack eben jenes Albums hörbare Schluchzer im Publikum auslöste.
Magie auf der Bühne
Spät im Set spannte sich ein roter Faden, der den Boden bereitete für das, was wir ohne Zögern als den absoluten Höhepunkt seiner Solokarriere bezeichnen. Vor „Carla’s Song“ erzählte er, wie der Track von dem Erlebnis inspiriert wurde, einer Freundin dabei zuzusehen, wie sie Simon & Garfunkels „Bridge Over Troubled Water“ zum ersten Mal hörte – ihre Reaktion, sagte er, sei wie die eines Menschen gewesen, der zum ersten Mal Zeuge von echtem Zauber wird.
„Musik ist Magie, und ich fühle mich unglaublich glücklich, auch nur einen kleinen Teil davon zu sein“, erklärte er.
„Ich glaube, Songs wie diesen zu hören erinnert uns an etwas, das so viel größer ist als jeder einzelne Künstler, den man mag. Jeder Song ist etwas, in das jeder Musiker ein Stück von sich hineinsteckt. Diese Dinge überdauern uns alle bei Weitem“, fuhr er fort. „An Abenden wie diesem fühle ich mich unglaublich privilegiert, mit so außergewöhnlich talentierten Musikern spielen zu dürfen.“
„Bridge Over Troubled Water“
Passend also, dass Harry selbst etwas Magisches im Ärmel hatte. Seine eigene Version von „Bridge Over Troubled Water“ schloss den Abend ab und bot, ganz im Ernst, die stärkste Soloperformance, die er je abgeliefert hat. Seine durchdringende Stimme meisterte die zurückhaltenden Strophen des Simon-&-Garfunkel-Klassikers mühelos – doch seine Höhen in dem allzu vertrauten Chorus waren schlichtweg makellos. Über Harry Styles‘ scheinbar müheloses Showmanship ist in den Jahren viel geschrieben worden, weniger jedoch darüber, wie außergewöhnlich gut seine Stimme – ein Instrument von baritonaler Schönheit – sein kann. Diese Performance bewies, dass er zweifellos zu den Allerbesten gehört.
Harrys Liebe zu dem Song ist gut dokumentiert: Seine jüngsten Shows eröffnen mit Elvis‘ Version davon. Es wäre vermessen, beide gegeneinander aufzuwiegen – aber wir sagen gerne, dass er sich gegen die Interpretation des King mehr als behauptet.
„Es war etwas Besonderes für uns … man stelle sich vor, wie besonders es für Harry gewesen sein muss. Es war sicher einer der Höhepunkte seiner Karriere“, schrieb ein Fan in den Kommentaren unter dem Video der Performance auf dem ROLLING-STONE-UK-Kanal. Karrierehöhepunkt, sagen Sie? Für uns war es schlicht der größte. Ein offizielles Release dieses unvergesslichen Abends ist absolut überfällig.