John Lennon: Ein Brief an Paul McCartney, der wie eine Giftspritze wirkte


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John Lennon hat in der Endphase der Beatles einen legendären „bösen Brief“ an seinen Jugendkumpel und Songwriting-Partner Paul McCartney geschrieben. Dieser blieb im Original erhalten.

Das Schriftstück wurde nun, über 50 Jahre nachdem die Aggro-Tinte trocken war, versteigert. Nach einem 17-tägigem Bietergefecht bekam ein nicht genannter Bieter den Zuschlag. Für einen ganzen Haufen Kleingeld.

Dylan Kosinski vom Pop-Memorabilia-Auktionshaus „Gottahaverockandroll,“ berichtet der US-Klatschplattform TMZ, dass die Depesche am letzten Samstag (20. 08.) für rund 70.000 Dollar verkauft wurde. Das Gewinnergebot lautete 56.000 Dollar, plus die Käuferprämie von 14.000 Dollar – eine Gebühr, die dort für die Teilnahme an der Auktion erhoben wird.

„Get Back“ in der Kritik:

John Lennon verschoss seinen Giftpfeil aus Papier seinerzeit wenige Tage, nachdem im November 1971 ein kritisches Interview im damals einflussreichen „Melody Maker“ über ihn und die Beatles erschienen war. Das konnte John nicht auf sich sitzen lassen. Entsprechend hart ballerte er damals zurück. Es gab darin aber auch nachdenkliche Passagen.

Doch die Frustration über Paul überwiegt. Lennon schrieb, Paul sei krass undankbar für all das Geld, das er über die Beatles einnehmen würde.

Im weiteren Verlauf des Dreiseiters beklagt John, dass Paul seinen Song „Imagine“ ablehnte. Er beschimpft Paul weiterhin ob seines Strebens nach Dominanz. Er wolle, so Lennon, „uns um jeden Preis einsacken“.

Anfangs wurde das heiße Schreiben um 30, maximal 40.000 Dollar taxiert. Laut unbestätigten Insider-Berichten soll es insgesamt elf Brief-Bieter gegeben haben, mit insgesamt 14 digitalen Geboten in zweieinhalb Wochen.

In Peter Jacksons Disney+-Doku „Get Back“ kam diese Episode übrigens nicht vor. Die Beziehung von John und Paul wird als freundschaftlich dargestellt.

Der durch die Auktion wieder ins Rampenlicht geratene Brief zeigt, wie sehr die Beziehung Lennon/McCartney in den Siebzigern ausfranste.