Jon Stewart rechnet mit Donald Trumps Unfähigkeit ab, sich auf den Irankrieg zu konzentrieren: „Durch und durch selbstverliebt“

„Ich glaube, wir sind in dem angelangt, was General Patton einst den ‚Human-Centipede-Abschnitt' des Krieges nannte“, witzelte der Moderator in der neuesten Folge von „The Daily Show“.

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In der aktuellen Folge von „The Daily Show“ hat Jon Stewart zum Monatsjubiläum von Donald Trumps Krieg gegen den Iran Bilanz gezogen – und den Präsidenten dafür zerfetzt, dass er „verdammt nochmal nur an sich selbst denkt“.

„Wie wir alle wissen, ist der erste Monat das Jahrestag der erhöhten Bedrohungslage“, sagte Stewart zu Beginn seines Monologs. Dann erinnerte er die Zuschauer daran, dass es Trump selbst war, der die Bedrohungen hochgeschraubt hat. „Trump droht damit, unsere Bombenkampagne zu eskalieren, solange der Iran die Meerenge nicht wieder öffnet – dieselbe Meerenge, die der Iran als Reaktion auf Trumps Bombenkampagne geschlossen hat“, sagte er. „Ich glaube, wir sind in dem angelangt, was General Patton einst den ‚Human-Centipede-Abschnitt‘ des Krieges nannte.“

Stewart erklärte, dass die Schließung der Straße von Hormus die globalen Lieferketten durcheinanderbringt – weshalb natürlich alle wollen, dass sie wieder geöffnet wird. Er spielte einen Nachrichtenclip ein, in dem ein Moderator beklagte, dass Pistazien knapp werden und damit weniger Dubai-Schokoladenriegel produziert werden könnten.

Trumps Ablenkungsmanöver

„Oh nein? Womit sollen unsere Influencer dann Schlange stehen und so tun, als würden sie essen?“, konterte Stewart. „Dubai-Schokolade, um Himmels willen, das ist seit ganzen Wochen ein amerikanisches Grundnahrungsmittel. Ich fasse es nicht, wie die Nachrichten Weltgeschehen verpacken müssen, damit Amerikaner sich auch nur ansatzweise dafür interessieren. Die gesamte Region wird dem Erdboden gleichgemacht, unschuldige Menschen sterben, ihre Lebensmittel- und Treibstoffversorgung ist im totalen Chaos – und unsere Nachrichtensender sagen: ‚Wenn das noch länger so weitergeht, könnt ihr eurer Tiefkühlpizza mit Käserand Lebewohl sagen.’“

Stewart spottete über Trumps Unfähigkeit, sich auf den Krieg zu konzentrieren – was ihn aber nicht davon abgehalten habe, „seine Runden auf dem Golfplatz und bei einem saudi-arabischen Investmentmeeting in Miami zu drehen“. „Weil Gott bewahre, dass ihn während eines Krieges der Abgrund des Dritten Weltkriegs auch nur einen Moment lang die Stimmung verdirbt“, sagte Stewart.

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Er fügte hinzu: „Ich finde es so unglaublich, dass dieses mit Atomwaffen ausgestattete Manbaby offenbar keinerlei Gespür dafür hat, welche Verwirrung und Angst sein schlecht geplantes Abenteuer im Iran dieses Land verursacht. Er zieht einfach weiter, als wäre es irgendeine x-beliebige Folge von ‚The Apprentice‘.“

Ballsaal statt Kriegsstrategie

Stewart erklärte, Trump habe am Wochenende bei einer Pressekonferenz an Bord der Air Force One Entwürfe seines neuen Weißen-Haus-Ballsaals präsentiert – offenbar als Reaktion auf einen kritischen Artikel in der „New York Times“. Stewart merkte an, Trump liefere eine „Punkt-für-Punkt-Erwiderung“ zum Thema Ballsaal, könne aber keine einzige Frage zu den „gravierenden Folgen“ des Krieges beantworten.

„Ehrlich gesagt wirkt sein lüsternes Gehabe weniger wie ‚Oberbefehlshaber im Krieg‘ und mehr wie ‚Opa, der in der Öffentlichkeit jeden Anstand verloren hat’“, sagte Stewart. „Statt eine verunsicherte Nation zu beruhigen, blamiert er die ganze Familie beim Abendessen und sagt: ‚Hey, habt ihr gesehen, was für eine Kurvenreiche unsere Bedienung ist!’“

Stewart schloss seinen Monolog mit den Worten: „Wir hören von dieser Regierung immer nur, warum das amerikanische Volk für Trumps Vision von Amerikas Größe Opfer bringen muss. Dass diese vorübergehenden Störungen einfach Teil des Prozesses sind. Und warum können wir keine Patrioten sein? Wir müssen Geduld haben. Wir müssen es einfach hinnehmen. Ob hohe Benzinpreise, launenhafte Zollinflation, drakonische ICE-Razzien oder vorübergehende Aussetzungen der Bill of Rights – wir sollen das alles verstehen. Aber Trump darf einfach derselbe alte ‚Bin ich nicht ein Frechdachs?‘-Typ bleiben. Durch und durch selbstverliebt, ‚Erinnert ihr euch noch, als ich heiße Frauen flachlegen wollte?‘-Wichser. Könnt ihr euch irgendeinen anderen Präsidenten vorstellen, geschweige denn einen Kriegspräsidenten, der so verdammt nochmal nur an sich selbst denkt?“

Emily Zemler schreibt für den ROLLING STONE USA. Hier geht es zum US-Profil