„Watership Down“: Autor Richard Adams ist tot

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„Watership Down“: Autor Richard Adams ist tot

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Der britische Schriftseller Richard Adams ist im Alter von 96 Jahren gestorben. Wie die BBC in Bezug auf eine Nachricht seiner Töchter berichtete, verstarb der Autor des Weltbestsellers „Watership Down“ (Unten am Fluss) bereits an Heiligabend.

Mit seinem Debüt gelang Adams im Jahr 1972 aus dem Stand der große Durchbruch. „Watership Down“ erzählt die Geschichte einer Kaninchengruppe, die nach den Untergangsvisionen eines ihrer Mitglieder den eigenen Bau verlässt, um eine neue Heimat zu finden. Dabei treffen sie auf viele Gefahren und vor allem eine andere Kaninchenvereinigung, die unter elendigen Bedingungen von einem skrupellosen Oberkaninchen geknechtet wird.

Während das Werk zunächst von mehreren Verlagen abgelehnt wurde, entwickelte es sich nach Veröffentlichung schnell zu einem Welterfolg – unterstützt noch von der wegen seines Realismus vielfach gelobten Zeichentrickadaption von Martin Rosen aus dem Jahr 1978. Der Schriftsteller hatte die Geschichte eigentlich nur für seine Töchter vorgesehen und bei einer langen Autofahrt begonnen. Doch weil seine Kinder ihn drängten, das Erzählte fortzusetzen, setzte sich der Brite an die Schreibmaschine und begann so seine zunächst völlig ungeplante Karriere als Schriftsteller.

Szene aus „Watership Down“
Szene aus „Watership Down“

George R.R. Martin und Stephen King verehren Adams

Adams, der sich selbst nicht als Fantasy-Autor verstand und in seinen komplex erzählten Büchern subtil über Politisches, Umweltschutz und Tierrechte reflektierte, gelang zwar kein weiteres Werk, das ähnliche Erfolge verbuchen konnte. Doch „Shardik“, „The Tyger Voyage“ (Die Reise der beiden Tiger), „The Plague Dogs“ (Die Hunde des schwarzen Todes, ebenfalls von Martin Rosen als Animationsfilm auf die Leinwand gebracht) und später auch die an sein Erstlingswerk anschließende Kurzgeschichtensammlung „Tales From Watership Down“ (Neues vom Watership Down) verschafften ihm einen glänzenden Ruf – vor allem auch bei vielen Schriftstellerkollegen.

So schrieb „Game Of Thrones“-Autor George R.R. Martin in seinem Blog, nachdem er von der Todesnachricht gehört hatte: „Gardner Dozois sieht ‚Unten am Fluss’ als eine der drei besten Fantasy-Romane des 20. Jahrhunderts an, in einer Reihe mit ‚Der Herr der Ringe’ und ‚Der König auf Camelot’, und dabei stimme ich ihm zu.“ Auch Stephen King gehört zu den Bewunderern von Richard Adams. Er zitierte dessen Arbeiten in mehreren seiner eigenen Fantasyromane und nannte 1991 eine Figur seiner Serie „Der dunkle Turm“ Shardik.

Adams lebte bis zu seinem Tod mit seiner Ehefrau Elizabeth in Whitchurch, das nur 16 Kilometer von seinem Geburtsort entfernt liegt. Die britische Landschaft war ihm Grundlage für die vorzüglichen Naturschilderungen in „Watership Down“ und vielen weiteren Werken.

Concorde
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