So reagiert Katy Perry auf Ruby Roses Vorwürfe sexueller Übergriffe

Die Schauspielerin behauptet, die Sängerin habe sie in einem Nachtclub in Melbourne sexuell belästigt und ihr später bei der Einreise in die USA geholfen.

ROLLING STONE Badge
Empfehlungen der Redaktion

Katy Perry hat Vorwürfe zurückgewiesen, wonach sie die Schauspielerin Ruby Rose vor mehr als einem Jahrzehnt in einem Nachtclub in Australien sexuell belästigt haben soll.

„Die Behauptungen, die Ruby Rose über Katy Perry in den sozialen Medien verbreitet, sind nicht nur vollkommen haltungslos – sie sind gefährliche, leichtfertige Lügen“, erklärt ein Sprecher Perrys gegenüber ROLLING STONE. „Ms. Rose hat eine gut dokumentierte Geschichte, in der sie wiederholt schwerwiegende öffentliche Anschuldigungen gegen verschiedene Personen in den sozialen Medien erhoben hat – Vorwürfe, die von den Betroffenen stets bestritten wurden.“

Rose hatte die Anschuldigung am Sonntagabend erhoben, als Reaktion auf einen Beitrag, in dem Perry sich über Justin Biebers Headliner-Auftritt bei Coachella lustig machte. „Katy Perry hat mich im Spice Market Nightclub in Melbourne sexuell belästigt. Wen interessiert schon ihre Meinung“, schrieb Rose auf Threads.

Roses Schilderung des Vorfalls

In weiteren Posts schilderte sie Details. „[Perry] hat mich nicht geküsst“, behauptete Rose. „Sie sah, wie ich auf dem Schoß meiner besten Freundin ‚ruhte‘, um ihr aus dem Weg zu gehen, beugte sich herunter, schob ihre Unterwäsche zur Seite und rieb ihre widerliche Vagina so lange in mein Gesicht, bis ich die Augen aufriss und mich auf ihr erbrach.“

Rose, die Australierin ist, behauptete, sie habe Fotos als Beleg und zahlreiche Zeugen des Vorfalls. Außerdem deutete sie an, am Sonntag eine Anzeige bei der Polizei erstattet zu haben – allerdings ließ sie offen, ob diese sich auf den angeblichen Vorfall mit Perry bezog oder auf eine andere Angelegenheit, über die sie ebenfalls in den sozialen Medien gesprochen hatte. (Ein Sprecher der Victoria Police in Australien teilte ROLLING STONE mit, dass man aus Datenschutzgründen „grundsätzlich keine Auskunft darüber gebe, wen man ermittele oder nicht ermittle“. Ein Sprecher von Rose reagierte auf die Anfrage von ROLLING STONE zunächst nicht.)

Rose nannte kein genaues Datum des angeblichen Übergriffs, räumte jedoch ein, dass er mehr als ein Jahrzehnt zurückliege. Berichten australischer Medien zufolge wurden Perry und Rose im August 2010 gemeinsam im Spice Market, einem bekannten Nachtclub in der Innenstadt von Melbourne, gesehen.

Visa-Hilfe als Schweigepflicht

Die Schauspielerin erklärte, sie habe das Ausmaß ihrer Erfahrung bislang nicht öffentlich gemacht, unter anderem weil Perry Empfehlungsschreiben für Rose verfasst hatte, die ihr bei der Beantragung eines US-Visums halfen. 2013 wurde Rose durch die Netflix-Serie „Orange is the New Black“ einem breiten Publikum bekannt. „Ich habe die Geschichte öffentlich erzählt, sie aber als ‚lustige kleine Betrunkenengeschichte‘ verharmlost, weil ich nicht wusste, wie ich sonst damit umgehen sollte“, sagte Rose. „Später erklärte sie sich bereit, mir bei meinem US-Visum zu helfen. Also schwieg ich.“

„Ich war erst Anfang zwanzig“, fügte Rose hinzu. „Jetzt bin ich 40. Es hat fast zwei Jahrzehnte gebraucht, um das öffentlich zu sagen. Obwohl ich so dankbar bin, lange genug durchgehalten zu haben, um meine Stimme zu finden, zeigt es doch, wie tief Trauma und sexuelle Übergriffe nachwirken können. Danke, dass ihr mich seht.“