Mutmaßliche Stalkerin von Lindsey Buckingham in Indiana verhaftet

Michelle Dick wurde am Samstag in Indiana in Gewahrsam genommen und wartet auf ihre Auslieferung nach Los Angeles.

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Die Frau, der Stalking und Körperverletzung gegen Fleetwood-Mac-Gitarrist Lindsey Buckingham vorgeworfen werden, ist in Indiana verhaftet worden – das bestätigen Online-Haftregister.

Michelle Dick, der per Gerichtsbeschluss auferlegt worden war, einen Mindestabstand von rund 90 Metern zum Musiker einzuhalten, wurde am Samstag im Allen County in Gewahrsam genommen und wartet nun auf ihre Auslieferung nach Los Angeles County, wie aus den Haftregistern hervorgeht.

Wie ROLLING STONE als erstes berichtete, hat die Staatsanwaltschaft Los Angeles gegen die 55-Jährige sieben Anklagepunkte erhoben. Ihr wird vorgeworfen, am 25. März in Santa Monica eine nicht identifizierte Substanz auf Buckingham geworfen zu haben – trotz der bestehenden einstweiligen Verfügung, die jeden Kontakt untersagte. Die Anklageschrift, die erstmals am 6. April eingereicht wurde, behauptet, Dick habe Buckingham zwischen Ende 2021 und dem 25. März dieses Jahres gestalkt. Zu den Anklagepunkten zählen Vergehen nach dem Strafrecht: das Aussprechen krimineller Drohungen, ein Angriff mit einer gefährlichen Waffe unter Einsatz eines Kraftfahrzeugs am 19. März sowie die Beschädigung von Buckinghams Mercedes-Benz S450 am selben Tag.

Zweites Opfer benannt

Darüber hinaus wird Dick in einem gesonderten Anklagepunkt eine kriminelle Drohung im Zusammenhang mit dem mutmaßlichen Vorfall zur Last gelegt, außerdem eine Körperverletzung als Vergehen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihr zudem vor, ein zweites Opfer – identifiziert als Stephanie N. – gestalkt und in begründete Angst um ihre Sicherheit versetzt zu haben. Der Richter, der den Haftbefehl in Los Angeles ausstellte, setzte die dortige Kaution auf 300.000 Dollar fest.

Dick geriet Anfang dieses Monats in die Schlagzeilen, als Berichte auftauchten, einer Frau sei es gelungen, Buckingham an einem Ort in Santa Monica aufzuspüren und eine Substanz auf ihn zu werfen, bevor sie flüchtete. Eine Quelle aus Strafverfolgungskreisen erklärte, es sei unklar, ob die Substanz ätzend gewesen sei. Buckingham wurde nicht verletzt.

Buckingham hatte im November 2024 eine einstweilige Verfügung gegen Dick beantragt, in der er jahrelange Belästigungen schilderte und Dick mit einem sogenannten „Swatting“-Vorfall in jenem Monat in Verbindung brachte. Beim Swatting handelt es sich um das absichtliche Herbeirufen eines Großeinsatzes der Polizei durch eine Falschmeldung. Laut Gerichtsunterlagen soll Dick den Notruf 911 gewählt und fälschlicherweise behauptet haben, Buckinghams Sohn sei suizidgefährdet und an seinem Haus in Brentwood seien Schüsse gefallen – was einen massiven Polizeieinsatz auslöste.

Buckinghams Aussage vor Gericht

„Als ich die Tür öffnete, wurde ich gefesselt und aufgefordert, nach draußen zu treten“, schrieb Buckingham in einer Erklärung an das Gericht, die ROLLING STONE vorliegt. „Nachdem die Polizei 20 Minuten lang mein Haus durchsucht hatte … durfte ich wieder hinein – erschüttert und verängstigt.“

Ein LAPD-Ermittler nahm daraufhin über dieselbe Nummer Kontakt zu Dick auf; laut Gerichtsunterlagen räumte sie dabei ein, den Anruf getätigt zu haben. Buckingham schilderte, die Belästigungen hätten 2021 mit wiederholten Anrufen, Drohungen und wahnhaften Behauptungen begonnen, er sei Dicks Vater. Er beschuldigte sie außerdem, seine Familie ins Visier genommen und vor seinen Wohnhäusern in Los Angeles aufgetaucht zu sein.

Ein Richter gewährte die einstweilige Verfügung im Dezember 2024 und verpflichtete Dick, für fünf Jahre Abstand von Buckingham, seiner Frau und seinem Sohn zu halten. Ebenso wurde ihr untersagt, sich den gemeinsamen Wohnhäusern und Fahrzeugen zu nähern.

Drohungen gegen Buckinghams Familie

Buckingham erklärte vor Gericht, Dick habe ihr Auto 2024 vor einem seiner gemeinsam mit seiner Frau bewohnten Häuser geparkt. Die Polizei verfolgte Dick von der Adresse aus und hielt sie später an, um sie zu befragen – der Austausch wurde von einer Körperkamera aufgezeichnet, wie aus den Unterlagen hervorgeht.

„Sie fing an, zusammenhangslos davon zu reden, dass ich ihr Vater sei und sie als Kind erstickt hätte“, schrieb Buckingham. Nachfolgende Drohungen auf Instagram hätten sich gegen seine Frau gerichtet. „Dieser Vorfall hat meine Frau zutiefst erschreckt, da sie um ihre Sicherheit fürchtete. Da Frau Dick auch meine Heimadresse kennt, bin ich ebenfalls in großer Angst“, schrieb er. (Ein Sprecher Buckinghams reagierte am Montag nicht auf eine Anfrage um Stellungnahme.)

Buckingham stieß 1974 gemeinsam mit Stevie Nicks zu Fleetwood Mac – beide waren zuvor das amerikanische Folk-Rock-Duo Buckingham Nicks. Er schrieb und sang viele der bekanntesten Songs der Band, darunter „Go Your Own Way“, „Tusk“ und „Second Hand News“. 2018 kam es zum Bruch mit der Band inmitten eines erbitterten Streits über den Zeitplan einer Welttournee.

Im vergangenen Monat gewährte er via Instagram einen ersten Ausblick auf seine Pläne für 2026. „Ich bin nach wie vor sehr, sehr verwurzelt in meinem kreativen Leben“, sagte er. „Ich arbeite seit ein paar Jahren an einem neuen Soloalbum, das nur noch einen Song vom Abschluss entfernt ist.“ Er deutete an, dass die bevorstehende Fleetwood-Mac-Dokumentation noch in diesem Jahr erscheinen könnte, und ließ eine mögliche Reunion mit Stevie Nicks durchblicken.