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Die Streifenpolizei - der Podcast für Film & Serien vom Rolling Stone & Musikexpress

Kritik: „The House That Jack Built“ – Lars von Triers „Inferno“ + Verlosung

Mehr abgestumpft und gelangweilt als schockiert reagierte die Filmkritik im Frühjahr auf die Rückkehr von Lars von Trier nach Cannes. Dabei hat sein neuer Film eine intelligentere Auseinandersetzung verdient.

„The House That Jack Built“ ist nämlich alles andere als trivial. Es handelt sich sogar um einen seiner interessantesten Filme. Es ist ein Film, in dem man mehr lachen kann als in den meisten in getragenem Ernst daherschreitenden Autorenfilmen. Schon lange aber ist Lars von Trier noch vor David Lynch der witzigste unter jenen zeitgenössischen Filmemachern, die keine Komödien drehen. Der Humor ist schwarz, grob, extrem und morbid. Von Trier verspottet alles, was heilig ist, besonders die bürgerliche Familie. Auch hier ist diese Haltung überall präsent, die Variationen des Grauens sind auch solche des Lachens.

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In fünf klar umrissenen Situa­tionen, „incidents“, sehen wir dem Titel­helden, Jack (Matt Dillon, der sich einmal mehr neu erfindet), einem gescheiterten Architekten, beim Morden von Frauen zu. Jede dieser Situationen ist besonders, jede erlaubt Jack und uns Einblicke in das, was er ist und was er tut.

Jede beruht mehr oder weniger klar auf einem bestimmten Genre des Kinos: Vom Film noir der 40er-Jahre mit seinen Liebesgeschichten und der besonderen Bedeutung der Autos über das Melodrama der Fünfziger mit den in ihm eingekapselten unerbittlichen Burlesken sowie den bürgerlichen Horror von Hitchcock geht es zum postmodernen, die Körper dekonstruierenden, sadistischen Horror der 80er-Jahre zum Torture-Porn. Jede Situation hat ihre eigenen Gesetze, ihren eigenen bizarren Humor.

Gegen Ende wechselt der Charakter des Films. Auf die fünf Stadien folgt zunächst die Katharsis: Jack, der Architekt, hat sein Haus gebaut, enthüllt sein Kunstwerk. Und im Finale folgt die Höllenfahrt. Dies ist nicht zuletzt Lars von Triers „Inferno“ – und ein retrospektives autobiografisches Bekenntnis. Die Kunst, als Mord ­betrachtet.

ROLLING STONE verlost zum Kinostart von „The House That Jack Built“ (29.11.2018) 3×2 Freikarten. Wer gewinnen will, muss nur das Formular ausfüllen und „Lars von Trier“ angeben. 

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Concorde Filmverleih
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Interview mit Regisseur Lars von Trier: „Vielleicht gehe ich zu weit...“

Zunächst würde ich gern etwas über Ihre Ausgangsideen erfahren: Wie kamen Sie dazu "The House That Jack Built" zu drehen? Lars von Trier: Jenie Hallund, eine Frau, mit der ich zusammenarbeite, fragte mich irgendwann, ob ich nicht etwas über die Hölle machen wollte? Ich fand das einen guten Einfall. Meine früheren Frauen waren aus irgendeinem sonderbaren Grund richtig verrückt nach allem, was mit dem Thema Serienkiller zu tun hatte. Wenn ich meine Ex-Frauen als Maßstab nehme, ist Serienmord etwas, das Frauen mehr fasziniert, als mich, oder andere Männer, die ich kenne. Und darum dachte ich, ich könnte auch andere Leute…
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