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Kritik: „The Walking Dead“, Staffel 9, Folge 3 – und tot bist Du

Diese Rezension enthält Spoiler.

Schließlich stellt sich heraus, dass jener ans letzte Folgenende gestellte „Whodunnit?“ nur den einen Zweck hatte: Darauf hinzuweisen, dass es gerecht sein könnte, alle Mörder mit dem Tod zu bestrafen.

Die Ocean-Side-Truppe also hat in Selbstjustiz diverse Saviours umgebracht, um wiederum den Tod der eigenen Leute zu rächen.

Kooperation

Es war also nicht Jadis, die unerkannt tötete, nicht Daryl, auch keiner der „Whisperers“. Diese Episode, „Warning Signs“, diente lediglich dazu, Darly und Maggie wieder auf Kurs zu bringen: und sich den inhaftierten Negan vorzuknöpfen. Und damit den schlimmsten Diktator aus der Welt zu räumen.

Mehr als 16 Folgen hatte es gedauert, bis Negan erstmals in Staffel sieben gezeigt wurde, der Schurke, über den sonst alle immer nur sprachen. Nun wissen wir ja, wie er aussieht, das wissen wir schon lange. Welche Bombe wird nun bald platzen – vier Episoden von Staffel neun, und noch immer war lediglich sein Schatten zu sehen? Sieht sein aufgeschlitzter Hals so schlimm aus? Hat er eine neue Frisur?

Das Detektivspiel funktioniert auch deshalb nicht so recht, weil die Hauptverdächtigen Daryl und Jadis zu keiner Zeit als Mörder Justins in Betracht gekommen waren, aber so inszeniert werden. Das spätere Opfer Justin begrüßte ja seinen späteren, nicht zu sehenden Mörder, als dieser aus dem Holz trat, mit nicht unerfreuter Wiedererkennung. Jemand wie Jadis aber muss für ihn eine Verräterin sein. Jemand wie Daryl, mit dem er sich kurz zuvor prügelte, war ein klarer Gegner.

Da wirkt es – wann verstehen die „Walking Dead“ Autoren das bitte – auch nicht bedrohlicher, wenn Daryl in sämtlichen Szenen, in denen er als Nebenfigur auftritt oder gerade aufgespürt wird, seine Waffen präpariert, hier sein Messer wetzt. Schon klar, es geht um seine Charakterisierung: Er ist permament auf 100. Aber das Verhalten ist nicht lebensnah, und man mag sich nicht ausmalen, wie manisch alles werden könnte, sollte Daryl-Darsteller Norman Reedus nach Ricks Abgang zur Nummer eins werden.

Was wird die Zukunft bringen?

Wir erleben hier also 45 Minuten einer Episode „Walking Dead“, in der Leute sterben, nur damit Daryl und Maggie wieder in jene Spur kommen, die den Cliffhanger von Staffel acht drei Folgen zuvor bildete – ein ziemlich zeitintensiver erzählerischer Luxus des Teams rund um die neue Showrunnerin Angela „Alles auf neu“ Kang.

Währenddessen kündigt sich der Abschied Ricks an. Die Liebesszenen mit Michonne werden wieder länger, ihre Trauer später also größer (und so wird auch mehr Flashback-Material für spätere Episoden zur Verfügung gestellt).

Rick liest seiner kleinen Tochter aus einem Kinderbuch vor: „Wir warten in aller Ruhe und schauen, was die Zukunft bringt.“ Genau in diesem Moment kommt ein Mann angerannt und erzählt von einem neuen Zombie in der Gegend. Ricks Tage sind gezählt.

AMC

„The Walking Dead“: Acht-Punkte-Plan zur Rettung der Serie

01. Mehr Zombies Klingt profan, scheint aber nötig: Es gibt kaum noch nennenswerte Attacken der Untoten. „Fear the Dead. Fight the Living“, heißt zwar die großartige Tagline, und wie in so vielen Zombie-Filmen ist der Grundgedanke richtig, dass die Menschen, nicht die lebenden Leichen, ein echtes Problem darstellen. Aber, ganz billig ausgedrückt: Es fehlt geile Zombie-Action. Rick Grimes auf dem Pferd in den Hochhausschluchten von Atlanta; Beth und Noah in Atlanta; der Angriff auf Hershels Farm; die „Befreiung“ des Gefängnisses – all das waren beeindruckende Szenarien in kreativ gestalteten Umgebungen bzw. Städten oder Festungen, deren Ausstattung so aufwendig, so teuer…
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