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Die Streifenpolizei - der Podcast für Film & Serien vom Rolling Stone & Musikexpress
Highlight: „The Walking Dead“: Die besten Songs aus der Zombie-Serie

Kritik: „The Walking Dead“, Staffel 9, Folge 8: Warum der Tod dieser Figur ein Riesenfehler ist

Die Rezension enthält Spoiler.

 

Unklar, warum der Tod einer Hauptfigur ausgerechnet zum Ende eines Midseason-Finales vollstreckt werden musste: Da der Mörder Jesus‘ (Tom Payne) ein unbekannter Mensch war, trägt man bis zum Wiederauftakt von „The Walking Dead“, also zirka fünf Monate lang, eben keine Wut auf den Schuldigen in sich. Vielmehr können die (paar), die nur wegen Tom Payne eingeschaltet hatten, sich nun monatelang überlegen, ob man überhaupt nochmal einschalten sollte.

Der Tod eines wichtigen Charakters wurde, gerade in dieser Serie, schon besser platziert: Der Abgang Abrahams und Glenns deutete sich in der letzten Episode einer Staffel an, wurde aber erst in der Auftaktepisode der nächsten vollzogen. Das nennt man Cliffhanger. Auch die Infektion Carls war ein Cliffhanger, der sich bis zur nächsten Mid-Season hielt: Konnte der Junge nicht doch irgendwie überleben?

Kooperation

Der – unnötige – Tod von Jesus offenbart ein viel größeres Dilemma von „The Walking Dead“: Dem Ensemble gehen langsam die Figuren, deren Abschied dramatisches Potenzial hätte, aus. Auf Jesus‘ Popularitätsebene gibt es nur noch Gabriel, Rosita, Tara, Ezekiel und Aaron. Darüber, also noch wichtiger, sind Daryl, Michonne, Carol, Negan, Eugene und Maggie. Seit Staffel sechs ist niemand wirklich Wertvolles, den man betrauern könnte, dazugestoßen. Die Luft wird dünner, jetzt müssen die Etablierten für mehr oder weniger spektakuläres Sterben hinhalten.

Dass Jesus von einem „Whisperer“ statt einem Zombie getötet wird, ist immerhin folgerichtig: So erhalten die Untoten-Darsteller einen ersten großen Auftritt. Warum es jedoch den Kunstkämpfer treffen musste? Er erhielt ja nicht mal würdige Abschiedsszenen.

Jesus: kein Abschied von Maggie

Seine beste Freundin Maggie bekam er nicht mehr zu Gesicht. Einen Spaß-Fight mit Aaron, der mittlerweile – Bart, Eisenhand – so aussieht wie Rick in den Comics, durfte er in der voran gegangenen Episode abliefern. Ungeklärt blieb, ob Aaron sich in Jesus verliebt hatte.

Eugene hielt die „Whisperers“ für eine neue, entwickeltere Form der Untoten, was für wenige Augenblicke für neue Wachsamkeit sorgte – und ein Dilemma dieser Dauerserie offenbart: Die Möglichkeit einer Evolution hätte dem Format einen neuen Spin gegeben, eine Wissenschaftlichkeit, die Dr. Jenner aus Staffel eins schon angerissen hatte. Und eine Andeutung, dass sich überhaupt etwas in der Welt entwickelt.

Was sonst geschah:

Michonne liefert zuverlässig die besten Sinnsprüche: „Kingdom is Kingdom. Hilltop is here. Alexandria is there.“

Der geheime, auf leise Eile ausgerichtete Suchtrupp für Eugene verfügt über den lautesten Spürhund der Welt. Wo der bellt, wissen die Zombies immer, wo man ihn finden kann.

Auch nach der Apokalypse wissen Teenager noch, wie man so richtig abrockt: „Come on, ride the lightning!“ heißt ein Trinkspruch. Drei der Kiddies haben keine Eltern, und keinen stört’s.

Gabriel Stokes bleibt ein Trottel. Er vergisst, Negans Zellentür zu verschließen.

Rosita verfügt über jene magischen Selbstheilungskräfte, wie man sie nur aus  Seifenopern kennt. Die eben noch komatös Dahinsiechende springt schon im nächsten Moment fit aus dem Bett – der verloren gegangene Eugene wartet doch, ganz allein gelassen, im Wald auf sie.

AMC
AMC

„Black Mirror“-Kritik: „Bandersnatch“ auf Netflix

Die Rezension enthält Spoiler. Follow @sassanniasseri Als Zuschauer aus Perspektiven auszuwählen, das gab es zwar schon in den Nullerjahren bis heute, im Öffentlich-Rechtlichen. Als Zuschauer aber als Gott adressiert zu werden, weil man über komplette Biografien, Kindheitstraumata, Familientragödien und den Tod entscheiden kann, das gab es wohl noch nicht. Per Mausklick wurden vom Autoren dieser Zeilen im „Black Mirror“-Film „Bandersnatch“ u.a. folgende Entscheidungen getroffen, für den Protagonisten Stefan, einem jungen, neurotischen Spiele-Programmierer im Jahr 1984, der „Bandersnatch“ kreieren will – eine Variante des Intellivision-Konsolenspiels „Treasure of Tarmin“: „Sugar Puffs“ statt „Frosties“ zum Essen Thompson Twins statt Now auf dem Walkman…
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