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Uschi Glas, Tina Ruland, Birgit Schrowange und Eva Habermann: Sexuelle Belästigung gibt es auch an deutschen Film-und TV-Sets


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Als vor Kurzem gemeldet wurde, dass Hollywoodmogul Harvey Weinstein jahrelang eine Vielzahl von Frauen sexuell belästigt haben soll, wurde eine regelrechte Welle an Berichten losgelöst. Immer mehr Frauen aus der Film-und Musikbranche gehen mit ihren Erfahrungen mit sexueller Belästigung, psychischer Gewalt bis hin zu Vergewaltigungen an die Öffentlichkeit. Auch in der deutschen Film- und Fernsehwelt gibt es Übergriffe. Das führt ein „Bunte“-Artikel auf, in dem fünf Schauspielerinnen zu Wort kommen.

Tina Ruland berichtet darin von verbalen Übergriffen durch einen „sehr bekannten Regisseur und einen sehr einflussreichen Produzenten“. Birgit Schrowange erzählt davon, dass sie ein „Sendeleiter so sehr bedrängt und genötigt“ habe, dass sie sich geekelt habe. Er habe ihr zudem zu Verstehen gegeben, dass er am längeren Hebel sitzen würde, und hat sie körperlich bedrängt.

Sexuelle Belästigung an der Tagesordnung

Schauspielerin Uschi Glas sagte der Zeitschrift: „Einmal ist es mir passiert, dass ein Kollege eine Liebesszene ausnutzen wollte. Er hat den Kuss nicht gespielt, sondern mir seine Zunge in den Mund gesteckt. Das war eine wirkliche Belästigung.“ Daraufhin habe sie die Szene abgebrochen und den Mann vor der gesamten Mannschaft zurechtgewiesen, so die 73-Jährige weiter.

Eva Habermann erzählt davon, dass ein Regisseur sie aufgefordert haben soll ihren Filmpartner doch „endlich mal ranzulassen“. Der jungen Nina Kronjäger ging es ähnlich. Nur, dass der Mann sie selbst belästigt habe und nicht den Filmemacher vorschickte: „Bedrängt mich, will mich abschleppen. Immer wieder mache ich klar, dass ich kein Interesse an ihm als Mann habe. Zurückgewiesen und beleidigt, nimmt er Rache: Ich werde vor allen runtergeputzt und zu Extraproben bestellt.“


Harvey Weinstein drohen bis zu 140 Jahre Haft

Der ehemalige Hollywood-Filmproduzent Harvey Weinstein wurde im März 2020 wegen Vergewaltigung zu 23 Jahren Haft verurteilt. Seither saß er in einem New Yorker Gefängnis ein. Doch nun wurde der 69-Jährige für einen weiteren Prozess nach Los Angeles eingeflogen. Und dieser könnte für Weinstein bald mit einer lebenslangen Haftstrafe enden. Dass Harvey Weinstein nun in Person in Los Angeles erscheinen muss, hatten seine Anwälte zuvor versucht zu verhindern. Dies begründeten sie damit, dass der Ex-Filmproduzent mit mehreren gesundheitlichen Problemen zu kämpfen gehabt hätte. Ein New Yorker Richter wies diesen Antrag im vergangenen Juni allerdings zurück, weswegen Weinstein am Dienstag (20. Juni)…
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