Lenny Kravitz in Brisbane: Fan reißt ihm vier Dreadlocks aus
Lenny Kravitz wurde während seiner Show in Brisbane vier Dreadlocks ausgerissen. Der Vorfall reiht sich in eine Serie von Grenzüberschreitungen bei Konzerten ein.
„Brisbane war wild“, schreibt der (Funk-)Rocker nach rüder Haarzupfer-Aktion in seinen Socials. Der Vorfall ging am Sonntag (23.11.) viral: Lenny Kravitz wurden während einer Show im australischen Brisbane vier Dreadlocks aus seiner ikonischen Matte gerupft.
Das New Yorker Online-Magazin „Stereogum“ spricht bereits von einer „grabbing crisis“, einer „Grabscher-Krise“ in der Popmusik. Die rüde Aktion reiht sich in eine Serie aktueller Attacken auf Künstlerinnen und Künstler ein, die von unangemessenen Berührungen bis hin zu gefährlichen Handgriffen reichen. Erst in den vergangenen Wochen kursierten Videos von Grenzüberschreitungen gegenüber Billie Eilish, Dua Lipa, Halsey und Ariana Grande.
Kravitz‘ Reaktion wirkt im Vergleich fast stoisch – doch der Vorfall unterstreicht ein wachsendes Problem: die Erosion der physischen Grenzen im Live-Musik-Kontext.
Vier Dreadlocks während „Let Love Rule“
Während seiner „Blue Electric Light“-Tour, die ihn erstmals seit 2012 wieder nach Australien führt, wurde der 61-jährige Manhattener bei seinem Konzert im Brisbane Entertainment Centre Opfer einer Zuschauerin: Sie riss ihm während seines traditionellen Gangs durch die Menge vier seiner ikonischen Dreadlocks aus.
Das passierte während der Zugabe mit „Let Love Rule“, jenem Song, bei dem Kravitz seit Jahrzehnten buchstäblich die Distanz zwischen Bühne und Publikum aufhebt.
In einem Instagram-Video schilderte er den Moment mit einer Mischung aus Fassungslosigkeit und Gelassenheit: „Eine sehr aufgeregte junge Dame hat mir vier Dreadlocks aus dem Hinterkopf gerissen. Ihr könnt euch vorstellen, wie fest man ziehen muss, um die rauszubekommen.“
Trotz der offensichtlichen Schmerzen denkt der Musiker nicht daran, diese Tradition aufzugeben. „Das ist unser Moment zusammen“, betonte er. „Brisbane, ihr seid wild – ich liebe euch.“
Drei Jahrzehnte Rock-Historie auf der Bühne
Abseits dieser Merkwürdigkeiten begeistert Kravitz das australische Publikum mit einer energiegeladenen Show, in der er sein Album „Blue Electric Light“ und mehr als drei Jahrzehnte Rock-Historie feiert. Hits wie „Fly Away“, „American Woman“ und „It Ain’t Over ‚Til It’s Over“ stehen auf der Setlist.
Dazu einige Überraschungen: Zum 30-Jährigen gräbt Kravitz Tracks seines Albums „Circus“ von 1995 und sogenannte Katalogperlen à la „Rock and Roll Is Dead“ wieder aus.
Für Kravitz bedeutet die Tour eine Rückkehr zu einem Publikum, das ihn seit seiner ersten Australien-Reise 1994 begleitet – und das ihm mit einem Nummer-1-Hit („Are You Gonna Go My Way“) seit jeher besonders verbunden ist.
„Let Love Rule“ – selbst wenn es manchmal weh tut
Trotz zunehmend merkwürdiger Fans zeigt der Musiker weiterhin jene Offenheit, die ihn live so einzigartig macht. Die Botschaft, die er in Brisbane hinterließ, klingt wie ein stilles Statement gegen Angst und Entfremdung: „Let Love Rule“ – selbst wenn es manchmal weh tut.