Lizzo sieht Klage wegen sexueller Belästigung lässig entgegen

Im Interview mit Gayle King macht Lizzo klar: Sie könnte den Rechtsstreit mit ihren Ex-Backgroundtänzerinnen jederzeit beilegen – will es aber nicht.

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Lizzo befand sich auf dem Höhepunkt ihres Erfolgs – frisch ausgezeichnet mit dem Grammy für Record of the Year für „About Damn Time“, gerade fertig mit ihrer Special-Welttournee – als sie ein Schlag traf: Ehemalige Backgroundtänzerinnen warfen ihr sexuelle Belästigung und Fat-Shaming vor.

Fast drei Jahre sind seitdem vergangen, und Lizzo kämpft noch immer vor Gericht. Obwohl die 38-Jährige einräumt, dass sie den zermürbenden Rechtsstreit problemlos beenden könnte, hat sie in einem Interview mit Gayle King für „CBS Mornings“ klargestellt: An einen Vergleich denkt sie nicht.

„Es wäre ein einfacher Ausweg, aber ich fechte den Fall an, weil ich weiß, dass es nicht wahr ist“, sagte Lizzo in dem Interview, das am Montag ausgestrahlt wurde.

Die Klage und ihre Vorwürfe

Im August 2023 verklagten drei ihrer Backgroundtänzerinnen – Crystal Williams, Arianna Davis und Noelle Rodriguez – die vierfache Grammy-Gewinnerin wegen sexueller Belästigung und eines feindseligen Arbeitsumfelds.

Einer der aufsehenerregendsten Vorwürfe: Lizzo soll Davis wegen ihrer Gewichtszunahme beschämt und sie deshalb entlassen haben. Lizzo, die für ihre Body-Positivity-Botschaften bekannt ist, sagte King, sie habe den Vorwurf des Weight-Shamings ernst genommen – „wegen dem, was ich für die Menschen bedeute“.

Im vergangenen Dezember wies ein Richter einige der zentralen Anklagepunkte ab, darunter auch den Fat-Shaming-Vorwurf. Doch Lizzo wird weiterhin beschuldigt, eine Tänzerin im Februar 2023 in Amsterdams Rotlichtviertel unter Druck gesetzt zu haben, die nackte Brust einer Frau zu berühren.

Bereit für den Zeugenstand

Auch diesen Vorwurf weist Lizzo zurück. Sollte der Fall vor Gericht landen, sei sie bereit auszusagen – mit einem Augenzwinkern fügte sie hinzu: „Und ich würde dabei fabelhaft aussehen.“

„Ich habe keine Angst vor der Wahrheit“, sagte sie. „Die Wahrheit ist weit weniger reißerisch als die Schlagzeilen.“

Das Interview mit King fällt zusammen mit der Veröffentlichung ihres neuen Songs „Bitch“, der als Leadsingle ihres kommenden Albums „Bitch“ dient, das am 5. Juni erscheint. Produziert von Ricky Reed, Blake Slatkin und Zack Sekoff, samplet der Track Meredith Brooks‘ feministischer Hymne gleichen Namens von 1997 sowie Missy Elliotts Song „She’s a Bitch“.

Das Comeback mit „Bitch“

„Ich glaube, was beide Frauen getan haben, war, dieses Wort voranzutreiben und ihm Kraft zu verleihen, anstatt ihm die Kraft zu nehmen“, erklärte Lizzo.