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Meghan Markle als Schokokuss löst Shitstorm für Dickmann’s aus

Das Großereignis des Pfingstwochenendes war natürlich die royale Hochzeit zwischen Prinz Harry und Meghan Markle in Windsor. Ein Großaufgebot an Prominenz und medienwirksamen romantischen Momenten. Mancher wollte in der Verbindung zwischen dem wohl eher aussichtslosen Thronfolger der britischen Monarchie und der US-Schauspielerin mit Ambition zur politischen Aktivistin sogar einen echten Aufbruch für die Königshäuser dieser Welt sehen.

Ganz soweit wird der Süßigkeitenkonzern Storck nicht gedacht haben, als er unter dem Schokokuss-Label Dickmann’s das Bild eines solchen Schokokusses postete, das Meghan Markle nachempfunden war. Dazu die Worte: „Was guckt ihr denn so… wollt ihr heute etwa nicht auch Meghan sein?“ Was möglicherweise einfach nur eine dümmliche Werbeaktion sein sollte, wurde in dem Kontext zur Provokation für einen echten Shitstorm.

Ausgerechnet Dickmann’s

Schließlich ist Meghan Markle die erste Frau mit einem afroamerikanischen Elternteil. Und die gehört nun auch zur royalen Familie. Unter dem Post versammelten sich entsprechend wütende Botschaften, die dem Dickmann’s-Hersteller Rassismus vorwarfen und Boykott-Aufrufe beinhalteten. Wie „Focus“ berichtet, bat Storck am Montag (21. Mai) um Entschuldigung. Dafür ließ man tatsächlich den Schaumkuss antworten: „Das Diskutierte zeigt – wie alle meine Bilder – mich selbst und es ging mir in Gedanken um die große Hochzeit, um einen Traum in weiß. Es tut mir sehr leid, wenn ich andere Assoziationen damit ausgelöst habe. Eine dicke Entschuldigung!“

Kooperation

Das Unternehmen, das mit seinem Vorzeigeprodukt auch ein Symbol für im Alltag latent rassistisch gekennzeichnete Produkte im Sortiment hat (natürlich wird der Schokokuss immer noch von vielen Negerkuss genannt), wies auch die Rassismus-Vorwürfe weit von sich: „Die Welt von Super Dickmann’s ist bunt und vielfältig und fern von rassistischen Gedanken. Wir werden das Bild heute Mittag von unserer Seite nehmen. Danke für eure Beiträge und Hinweise.“

Die Entschuldigung fanden viele User im Netz „erbärmlich“. So kommentierte ein Twitter-Nutzer: „Armselige Kampagne, armselige Antwort. Ich hoffe, das hat für euch wirtschaftliche Konsequenzen“. Inzwischen ist von der Kampagne auf der Seite von Dickmann’s auf Facebook nichts mehr zu sehen.


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