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Typewriter

Jenni Zylkas Typewriter: Das Recht auf Rausch

Wer denkt, „Hausfrauenschokolade“ wäre die Bezeichnung einer verpackungsästhetisch auf Retro getrimmten Süßigkeit, die in einem Gentrifiziererer-Coffeeshop neben der Kasse bei den Jazz-Compilations liegt, der kennt die deutsche Drogengeschichte aber schlecht. So nannte man nämlich mit hohen Dosen Methamphetamin versetzte Pralinen, die von der Berliner Schokoladenfirma Hildebrand in den 30er-Jahren mit dem Slogan „Hildebrand-Pralinen erfreuen immer“ beworben wurden.

Drei bis neun dieser Leckerli sollte die deutsche Frau essen, um etwaige „Hausfrauendepressionen“ zu vertreiben. Fast zeitgleich ließ Hitler das Meth, das damals Pervitin hieß, in Tablettenform und in „Panzerschokolade“ an die Wehrmacht verteilen. Ohne Crystal wären Tausende von Soldaten vor Müdigkeit umgekippt, bevor sie überhaupt zum Bombenwerfen und Metzeln hätten aufbrechen können.

Drogen sind Teil der kollektiven Vergangenheit

In den USA wurde übrigens in dieser Zeit die Hanfproduktion angekurbelt, die man vorher mit rassistischen und verleumderischen Anti-„Reefer“-Filmen zu unterbinden versucht hatte – in dem kleinen Propagandawerk „Hemp For Victory“ von 1942 werden die Vorteile des Hanfs als Grundstoff für Seile, Stricke und andere Dinge, die ein Soldat im Krieg gut brauchen kann, angepriesen.

Oh ja, Drogen sind Teil der kollektiven Vergangenheit. Welche davon illegal sind, welche dagegen – wie momentan in einer Bierkampagne – gut gelaunt auf großen, öffentlichen Plakaten als „Partytreibstoff“ bezeichnet werden dürfen, damit die Kinder lernen, wie man ordentlich feiert, das ändert sich wie das Wetter.

Einen solch bigotten Wetterumschwung kann man gerade in der Hauptstadt erleben: Berlin, die zugedröhnte, versoffene Heimat von Harald Juhnke, Hildegard Knef und sektgefüllte Pumps leer trinkenden Ex-Bürgermeistern, will es jetzt wissen. Und hat im weit über die Stadtgrenze hinaus berühmt-berüchtigten Görlitzer Park in Kreuzberg kurzerhand ein Exempel statuiert.

CDU-Senatoren loben ihre Null-Toleranz-Zonen

Denn nicht nur der Verkauf von Haschisch ist dort bekanntlich seit ein paar Wochen verboten – Dealer, die aggressiv um Kunden warben, sich in Anrainer-Cafés prügelten und sich kein bisschen um die Belange der Anwohner scherten, hatten sich mit diesem asozialen Verhalten nicht nur ihren Tummelplatz selbst verbaut, sondern auch den Besitz von Haschkrümeln für den Eigenbedarf. Die drei CDU-Senatoren, die sich das ausgedacht haben, loben ihre sogenannten Null-Toleranz-Zonen.



Heath Ledger: Für „The Dark Knight“ schrieb er ein Joker-Tagebuch

„Method acting“ bedeutet, sich vollkommen in Rollen zu versetzen, bewusst und unterbewusst. Auch Heath Ledger benutzte diese berüchtigte  Schauspielermethode, um sich auf seine Filmdarstellungen vorzubereiten. Er starb am 22. Januar 2008 – sein später mit einem Oscar gekrönte Part als Joker in „The Dark Knight“ war gerade abgeschlossen – an einer wohl versehentlichen Überdosis Schlaftabletten. Um sich in den Joker einzuarbeiten, schloss sich der 28-Jährige einen Monat lang in ein Hotelzimmer ein und benutzte ein Tagebuch, um sich Notizen zu seiner Rolle als psychopathischer Schwerverbrecher und Gegenspieler Batmans zu machen. Ausschnitte aus diesem Tagebuch kann man in der Doku „Too…
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