Die 100 besten Motown-Songs: Das ultimative Ranking

Die 100 besten Motown-Songs: Von „My Girl“ bis „Superstition“ – Soul, Funk und Geschichte des „Sound of Young America“

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Empfehlungen der Redaktion

20. The Temptations, „Ain’t Too Proud to Beg“ (1966)

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Als Norman Whitfield diesen Klassiker der Temptations bei Berry Gordy einreichte, versuchte der aufstrebende Songwriter und Produzent, sich als Hauptproduzent der Gruppe zu etablieren. Bis dahin hatte Smokey Robinson diesen Titel inne, der hinter Hits wie „My Girl“ stand.

Gordy war nicht sofort von Whitfields Fähigkeiten als Hitproduzent überzeugt. Aber Whitfield scheute sich nicht, dafür zu kämpfen. Der Song wurde bei den Qualitätskontrollsitzungen von Motown mehr als einmal abgelehnt, bis der Produzent den Sänger David Ruffin bat, über seinem Stimmumfang zu singen. Was zu einer leidenschaftlich angestrengten, inspirierten Darbietung führte, die perfekt zu einem Song passte, in dem es darum geht, für die Person zu kämpfen, die man liebt.

„Ain’t Too Proud to Beg“ wurde direkt nach dem von Robinson produzierten „Get Ready“ veröffentlicht und wurde sofort zu einem durchschlagenden Erfolg. —B.S.

19. The Marvelettes, „Please Mr. Postman“ (1961)

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Die erste Single der Marvelettes für Motown war zufällig auch die erste Single des legendären Labels, die Platz eins erreichte. Sie ist nach wie vor ein Wunder, ein Blitz der Sehnsucht. Vermittelt durch die eindringliche Stimme der Leadsängerin Gladys Horton. Und der einen mit dem ersten Befehl („WAIT!“) packt und einen die nächsten zweieinhalb Minuten nicht mehr loslässt.

Der Schlagzeuger ist bereit, jederzeit für zusätzlichen Lärm zu sorgen, und spielt bei jeder sich bietenden Gelegenheit knisternde Fills. Immer wenn Horton nicht singt, und oft auch wenn sie singt, donnerten die anderen Marvelettes hinter ihr mit hohen Backing Vocals.

Für die letzten 45 Sekunden, als ob das Ganze noch nicht wild genug wäre, fügen die Produzenten eine zusätzliche Ebene von Handklatschen hinzu. Hortons Stimme gewinnt an rauer Kraft, als sie die Zeile „Check and see, one more time for me“ herausschreit. „Deliver the letter“, fügt sie hinzu. „The sooner, the better.“ –E.L.

18. Stevie Wonder, „Living for the City“ (1973)

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„Ein Junge wird in Hard Times, Mississippi, geboren“, beginnt Stevie Wonder seine Geschichte. Eine siebenminütige Erzählung über die düstere Realität der schwarzen Bevölkerung Amerikas. Der Junge wächst im Süden auf. Gefangen in Rassismus und Armut. Er findet keine Arbeit („Wo er lebt, werden keine Farbigen beschäftigt“). Also steigt er in einen Bus nach New York.

Doch er wird in eine Drogenrazzia verwickelt, kommt ins Gefängnis und landet schließlich voller bitterer Wut wieder auf der Straße. Richard Pryor beendete seine Stand-up-Auftritte in den 1970er Jahren gerne mit seiner Imitation eines schwarzen Predigers, der seinen Text in „The Book of Wonder“ umwandelte und dann den Text von „Living for the City“ predigte. Das sorgte immer für Lacher. Aber es tat auch weh. –R.S.

17. The Supremes, „You Can’t Hurry Love“ (1966)

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Im Juli 1966, verärgert darüber, dass die letzten beiden Singles der Supremes nur in die Top 10 gekommen waren, erließ Berry Gordy eine Verordnung. Von nun an würde die Gruppe nur noch Nummer-1-Singles veröffentlichen.

Also kombinierten Holland-Dozier-Holland den vorherigen Hit der Supremes, „Come See About Me“, mit dem Gospel-Song „You Can’t Hurry God“ aus den 50er Jahren (von Dorothy Love Coates von den Original Gospel Harmonettes) und fügten dem Text das traditionelle Motown-Motiv „Ratschlag von Mama“ hinzu, um einen Nummer-1-Hit nach Maß zu produzieren.

Auf die Liebe muss man vielleicht warten. Aber zumindest bei Motown kann man einen Pop-Hit beschleunigen. —K.G.

16. The Four Tops, „Reach Out I’ll Be There“ (1966)

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Nachdem die eindringliche Flötenmelodie zu Beginn von „Reach Out” verklungen ist, stimmen die Four Tops gemeinsam einen lauten Growl an. So stark ist ihre Leidenschaft. Dann übernimmt Sänger Levi Stubbs die Führung und reicht seiner Freundin, deren Welt gerade zusammenbricht, die Hand. Er verspricht ihr, dass er immer für sie da sein wird, egal was passiert.

„Ich wollte, dass der Song die Erfahrungen von Frauen thematisiert und dass Levi verständnisvoll und unterstützend rüberkommt“, erinnert sich Lamont Dozier, einer der Co-Autoren des Songs, in The Wall Street Journal. „Außerdem wollte ich, dass die Texte auf eine besondere Art formuliert werden. Als würden sie heruntergeschleudert.“ Letztendlich war der Song ebenso süß wie intensiv. –K.G.