Musiker gegen konservative Vereinnahmung durch Romney und Ryan


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Paul Ryan ist der auserkorene Vizepräsidentschaftskandidat von Mitt Romney und ist ähnlich erz-republikanisch und politisch rechts gelagert. Paradoxerweise bekannte sich Ryan jetzt als Rockmusikfan und nannte Rage Against The Machine als Lieblingsband.

Doch das wollte sich die genannte Band nicht gefallen lassen. In einem exklusiven Kommentar für die amerikanische Ausgabe des Rolling Stones stellte Gitarrist Tom Morello klar: „Paul Ryan ist der Inbegriff des Systems, gegen das wir seit nun mehr zwei Jahrzehnten wüten.“  Auf Ryans Statement, er möge den Sound RATMs, nicht aber die Lyrics, konterte Morelli. „Nun gut, ich interessiere mich weder für Ryans Sound, noch für  seine Lyrics.“  Noch eine Spur sarkastischer geht es weiter: „Versteht mich nicht falsch: Ich verstehe, dass Ryan eine Menge ‚Wut‘ in sich trägt. Wut auf Frauen, Wut auf Immigranten, Wut auf Arbeiter, Wut auf Homosexuelle, Wut auf Arme, Wut auf die Außenwelt.“ Das Einzige, gegen das Ryan wohl nicht wettere, sei die privilegierte Elite, vor denen der Republikaner brav Männchen mache, um Spendengelder für seine Kampagne zu erhalten. Schach Matt (die komplette Stellungnahme Tom Morellos finden Sie hier).

Aber Rage Against The Machine bleiben nicht die einzige Band, die sich gegen die Vereinnahmung wehren. So ließ Ryan vorgestern bei einer Kundgebung in Pennsylavania den Twisted Sisters Hit „We’re not gonna take it“ von 1984 einspielen. Dee Snider, Sänger der Twisted Sisters, zeigte sich ’not amused‘: Talking Points Memo zitierte den Sänger: „Ich wehre mich vehement gegen die Benutzung unseres Twisted Sisters Songs.“Folgerichtig hieß es weiter: „We’re not gonna take it„.

Ein kleiner ‚Trost‘: Ryan bleibt nicht alleinige Zielscheibe von Vorwürfen aus der Musikwelt. Sein ‚Mentor‘ Mitt Romney bekam es von den Silversun Pickups ab, als er deren Song „Panic Switch“ für eine Kundgebung benutzte. Sänger und Gitarrist Brian Aubert teilte Romney Folgendes mit: „Wir halten nichts von Leuten, die uns hintergehen, unsere Musik ohne zu Fragen benutzen und außerdem halten wir nichts von Romneys Kampagne.“

Vielleicht sollten sich die Republikaner also einen anderen Soundtrack suchen…