„Superman“ und „Network“: Schauspieler Ned Beatty ist tot


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Er war der tragische Held, der tollpatschige Handlanger, der skrupellose Medienboss, der nette Kerl von Nebenan. Innerhalb eines halben Jahrhunderts spielte sich US-Schauspieler Ned Beatty zum Publikumsliebling. Seine Darstellung im 1976 erschienenen Film „Network“ brachte ihm eine Oscar-Nominierung ein. Am 13. Juni 2021 starb der 83-jährige nun eines natürlichen Todes.

Vom Musikstudenten zum Charakterdarsteller

Nach einem abgebrochenen Musikstudium begann Beatty seine Schauspielkarriere auf dem Broadway. Im 1972 erschienenen Thriller „Deliverance“ gab er schließlich sein Filmdebüt. Insbesondere die drastische Darstellung sexueller Gewalt in einer von Beatty gespielten Szene blieb im Gedächtnis.

Vier Jahre später folgte mit „Network“ die wohl bekannteste Rolle des damals 39-jährigen Schauspielers. In der Mediensatire von Sidney Lumet verkörpert Beatty einen zynischen Senderchef, der dem Protagonisten in einem fünfminütigen Monolog erklärt: „Es gibt kein Amerika. Es gibt keine Demokratie. Es gibt nur IBM, ITT und AT&T (US-Medienunternehmen). Die Welt ist ein Business, Mr. Beale.“

„Network“ wurde mit vier Oscars ausgezeichnet und auch Beatty erhielt für seine Darbietung eine Nominierung als bester Nebendarsteller.

Ned Beatty.
Beeindruckende Karriere: Beatty wirkte in über 160 Filmen und Serien mit.

Superman, Toy Story und die Waltons

In seiner 40-jährigen Film- und Fernsehkarriere entwickelte sich Ned Beatty zu einem vielseitigen Nebendarsteller. In „Superman: The Movie“ gab er den tollpatschigen Handlanger des Antagonisten Lex Luthor und zeigte, dass auch Slapstick zu seinem Repertoire gehörte. Daneben wirkte er in zahlreichen Fernsehserien, wie etwa „The Waltons“, mit, was Beatty den Ruf „fleißigster Mann Hollywoods“ einbrachte. Bevor er 2013 offiziell in den Ruhestand ging, lieh der Schauspieler in „Toy Story 3“ dem bösen Teddybären Lotso seine Stimme.

Ned Beatty, Familienmensch

Auch abseits des Broadways und der Filmstudios war Beatty ein gefragter Mann. Insgesamt vier Mal war er verheiratet, zuletzt mit Ehefrau Sandra Johnson, mit der er von 1999 bis zu seinem Tod liiert war. Beatty hinterlässt acht Kinder und ein beeindruckendes Werk aus einem halben Jahrhundert Film- und Fernsehgeschichte.

Barry King WireImage