Neil Young: In den Fängen der Pfizer-Verschwörer


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Jetzt ist auch Neil Young in die Fänge der Verschwörungserzähler geraten. Sein Kampf gegen die Streaming-Plattform Spotify und deren Online-Talkmaster Joe Rogan, der wiederholt Covid-Schwurbler in seine Show eingeladen hatte, sei vom US-Pharmakonzern Pfizer bezahlt. Das behaupten reichweitenstarke Trolle. Pfizer ist der Hersteller des Covid-19-Impfstoffes Biontech.

Young widersprach dieser Erzählung in einem Statement auf seiner Website „The Neil Young Archive“. Laut „Sterogum“ (das den Brief auf seiner Website transkribiert hat) spricht Young mit Selbstironie von „Pharm Aid“. Eine Anspielung auf die große Solidaritätsaktion Farm Aid, mit der Young und andere Popstars seit den mittleren 1980ern notleidende US-Bauern unterstützen.

Die Pfizer-Saga bedient sich der üblichen Verschwörungs-Technik, bei der Wahrheiten mit Unwahrheiten zu einer Falschaussage verquirlt werden. Die Story geht so: Der ehemalige Pfizer-Boss Jeffrey B. Kindler ist mittlerweile als leitender Berater für den Vermögensverwalter Blackstone tätig. Der Finanzriese wiederum finanziert auch den expansiven Musikverlag Hipgnosis, an den auch Neil Young die Rechte seines umfangreichen Songkatalogs verkauft hat. Über diesen Dreh würde der Pharmakonzern eine positive Resonanz für seine (Impf-) Produkte in der Pop-Welt triggern.

„Clever, aber falsch“ nannte Young diese Behauptung und gab eine kleine Nachhilfestunde in Finanzwirtschaft. „Die Blackstone-Investition floss in einen separaten Hipgnosis Private Fund und nichts von diesem Geld wurde für den Hipgnosis Songs Fund verwendet. Pfizer hat nicht in Hipgnosis investiert (..) So viel zu Big Pharma!“

Derweilen schwelt der Kleinkrieg zwischen Young und Spotify munter weiter. Der Musiker unterstützt aktuell eine Protestnote von 270 Ärzten und Klinik-Arbeiterinnen an die Streaming-Plattform, die Joe-Rogan-Shows mit den falschen Covid-Thesen aus dem Achiv zu nehmen.