Neu im Plattenregal: Die Alben vom 13. Juli 2012



In unserem beliebten Überblick der Alben der Woche reisen wir weiterhin durch die Plattenläden des Landes. Heute empfehlen wir einen Besuch im Compact Disc Center, Schiffstr. 8 in 79098 Freiburg. Alle Infos zum Laden gibt es hier.

The Crookes – Hold Fast (Rierce Panda/Cargo)
Das zweite Album der Morrissey-Jünger aus Sheffield. George Waite jault noch immer in die Nacht und macht die Sache sehr gut. Nach dem schwachen Auftakt „Afterglow“, dessen „Ohohohohoho“-Refrain schwer auf die Nerven geht, sind sie ab „Maybe In The Dark“ in ihrem Element. Originell ist die Mischung heutzutage natürlich nicht mehr, aber welche ist das schon noch? In „The Cooler King“ fahren sie dann das Drama mal ein wenig zurück und liefern eine beschwingte Kneipennummer mit Beatles-Harmonien im Hintergrund. Steht ihnen sehr gut so was – könnten sie öfter machen…
>>>> Video zu „Afterglow“

Lianne La Havas – Is Your Love Big Enough? (Warner)
Die in der Juli-Ausgabe größer vorgestellte neueste Hoffnung am britischen Neo-Soul-Himmel: Wenn man sich mal den Auftritt der Londonerin in Jools Hollands TV-Show ansieht, der ihrer jungen Karriere den entscheidenen Kick gab, weiß man natürlich, warum“, meint Markus Schneider. Hier gibt es seine ganze Review.
>>>> Lianne La Havas spielt „Age“ bei Jools Holland
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>>>> Videointerview mit Lianne La Havas

Little Caesar – American Dream (Little Caesar/Cargo)
Little Ceaser melden sich zum zweiten Mal nach ihrem Comeback zurück; zuletzt hatten sie nach rund elf Jahren Pause 2009 ihr Album „Redemption“ veröffentlicht – auf das nun „American Dream“ folgt. Ein Album, das, auch wenn die alten Pferdeschwänze längst ab sind, mit jaulenden Gitarren immernoch den Wüstenstaub, den das Cover ziert, aufwirbelt und den „American Dream“ erwartungsgemäß eher von seiner angerosteten Seite zeigt.
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John Maus – A Collection Of Rarities And… (Domino/GoodToGo)
„Wer ist John Maus?“ fragt sich gerade die aktuelle Titelstory der Kollegen vom Musikexpress. Kenner kennen den Namen natürlich – entweder durch Alben wie das letztjährige „We Must Become the Pitiless Censors of Ourselves“ oder durch seine Tätigkeit für Ariel Pink und Panda Bear. Diese Kollektion versammelt rares der letzten Jahre und zeigt Maus dabei durchgehend auf musikalisch hohem Niveau.
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Mission Of Burma – Unsound (Fire/Cargo)
Hätte man ja vor ein paar Jahren auch noch nicht gedacht, dass die Post-Punk-Mitbegründer Mission Of Burma, die eigentlich nur zwischen 1979 und 1983 aktiv waren, sich noch mal zusammenfinden. Das haben sie mittlerweile allerdings schon mehrfach getan. 2002 spielten sie wieder Shows, 2004 kam das Album „onoffon“ – und nun eben „Unsound“. Clint Conley erklärte zum Album im Interview mit den US-Kollegen: „We sort of know where we are in the musical universe. We seem have to secured some tiny niche, and that’s just fine with us.“ Genauso musizieren sie auch: Auf dem schmalen Grat zwischen der Stagnation auf hohem Niveau und dem dezenten hinzufügen neuer Blickwinkel.
>>>> Interview auf rollingstone.com

Nas – Life Is Good (Def Jam/Universal)
„…and all she left was her green wedding dress…“, rappt Nas auf seinem neuen Soloalbum und meint damit seine verflossene bzw. geschiedene Dame Kelis. Scheint ihm damit aber gut zu gehen, sonst würde das Album vermutlich auch nicht „Life Is Good“ heißen. Über seine Rap-Skills kann man nach wie vor nicht meckern: Auch „Life Is Good“ bewegt sich auf Weltniveau, wie Olli Kahn sagen würde. Mal rappt Nas über dunkel grollende Tracks wie „Loco-Motive“, dann setzt er auf Die-Hände-in-die-Luft-Sounds wie in „Daughters“, dann geht es breitbeinig voran wie in „The Don“. Facettenreich und immer passend. So muss ein Rap-Album, dass sich im Pop wie im Rap mit den Großen messen will.
>>>> Video: Clip zu „Daughters“

Frank Ocean – Channel Orange (Island/UID/Universal)
„Channel Orange“ ist das Debütalbum des Odd Future Wolf Gang Kill Them All-Sängers Frank Ocean – und zwar eines das sich sehen lassen kann. Ocean hatte sich in den vergangenen Monaten bereits bei diversen Zusammenarbeiten mit unter anderem Beyoncé oder Kanye West als begnadeter R’n’B-Sänger, auch für Szenefremdlinge, hervorgetan, auf „Channel Orange“ untermauert er diesen Status eindrucksvoll. Auffällig ist, dass sich zwischen den 17 Tracks kein klassischer Radio-Hit finden lässt – wie man ihn von vielerlei R’n’B-Produktionen kennt – aber eben das macht diesen ersten Langspieler vielleicht so stimmig. Frank Ocean spielt mit dem Beat, bricht ihn, lebt Emotionen; aber dennoch gibt es keinen Entgleisungen oder zu weinerlichen Eskapaden.

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>>>> Video zu „Thinking About You“
>>>> Kostenloser Download „Sweet Life“
>>>> Kostenloser Download „Pyramids“

Xavier Rudd – Spirit Bird (Side One Dummy/Cargo)
Das siebte Studioalbum des Australiers fügt seinem luftig leichten Songwriter-Klampfen im Stile von Jack Johnson und Co wenig hinzu. Passt gut in den Sommer, wenn wir denn einen hätten. Leider stellt sich auch hier das Johnson-Syndrom ein – trotz tollem Timbre rauscht das Album vorbei wie eine maue Welle.
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Angus Stone – Broken Brights (Desert Harvest/Capitol/EMI)
Wir bleiben in Australien und wir bleiben bei leicht zu konsumierenden Songwriterklängen. Bei Angus Stone, der sonst oft mit seiner Schwester Julia, in Erscheinung und auf die Bühne tritt, gibt es allerdings eine Prise weniger Sonnenuntergang und eine Prise mehr Sommernachtsmelancholie. Leider kommt man hier zur selben Einschätzung wie schon beim Solo-Album der Schwester – zusammen sind sie besser…
>>>> Video zu „Bird On The Buffalo“