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Niemczyks Doppelsechs: Bundesligapause wegen Löw – aber wenigstens kickt Lewandowski gegen Götze

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Niemczyks Doppelsechs: Bundesligapause wegen Löw – aber wenigstens kickt Lewandowski gegen Götze

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Länderspielpausen sind doof. Da hat man sich im Ligabetrieb gerade richtig eingegroovt und das absurde Millionenpokerspiel, ausgelöst von der Fernsehgeldern der britischen Premier League, ist mit der Schließung des „Transferfensters“ endlich vorbei. Da will Herr Löw von Spielern und Zuschauern schon wieder „högschde Konzentration“ für die Quali-Runde zur EM 2016 in Frankreich. Übrigens: Die auf absehbare letzte normale Europameisterschaft, die wie sonst in einem Ausrichter-Land oder einer Ausrichter-Region (Holland/Belgien 2000, Schweiz/Österreich 2008, Polen/Ukraine 2012) stattfindet. 2020 gibt es ja eine dem Marketing-Kommerz geschuldete, dezentrale Metropolen-Runde, die irgendwo zwischen Berlin, Barcelona und Baku stattfindet.

Nun also: Der Liga-Krisenkick zwischen Borussia Mönchengladbach (null Punkte) und dem HSV (drei Punkte) muss warten. Auch die Arroganz-Arena und der BVB dürfen ihre Tormaschinen erst wieder am übernächsten Wochenende anwerfen. Das nervt und muss nun künstlich hochgeschriebenen Operetten-Meldungen wie „Mario Götze bekommt Einsatzgaratie von Löw und bekennt sich zum FC Bayern“ oder „Lewandowski: Deutschland hat ein Stürmer-Problem“ weichen.

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Natürlich ist ein Match gegen die Polen alle mal interessanter als etwa gegen Bosnien-Herzegowina oder Costa Rica in Kaiserslautern. Aber mal Hand aufs Herz: Nationalmannschafts-Fans oder „Freunde der Nationalmannschaft“, wie sie hochoffiziell beim DFB heißen, sind doch die typischen Event-Ottos, die sich auch für die Leichtathletik-WM in Peking oder Damentennis am Nachmittag interessieren. Halt eine ganz andere Kategorie Supporter. Quasi Wohnzimmer-Hooligans mit Salzstangen und Käseecken. Aber was solls – jeder Jeck ist anders.

Heißes Duell

Schauen wir kurz auf die sportliche Komponente: Nach dem Null zu Zwei im Hinspiel ist da „Feuer in der Partie“, wie Heribert Fassbender sagen würde. Marco Reus, seit der Brasilien-WM vom Nati-Pech verfolgt, fällt mal wieder aus. Der kölsche Verteidiger Pawel Olkowski (Polen) hofft auf ein „heißes Duell“ seinem FC-Teamkollegen Jonas Hector. Überhaupt hat ja das polnische Team einen recht hohen Buli-Quotienten. 2012 etwa waren gleich sieben Bundesliga-Spieler im Aufgebot der Rot-Weißen.

2015 nominierte Nationaltrainer Adam Nawalka sechs in Deutschland kickende Polen; wobei Slawomir Peszko gerade vom Rhein an die Ostsee zu Lechia Gdànsk (trainiert von HSV-„Urgestein“ Thomas van Heesen) gewechselt ist. Zumindest ein wenig Emotion steckt schon in diesem Nationen-Kick. Schauen wir also mal, ob und wie das DFB-Debut von Schweini-„Kronprinz“ Emre Can (spielt aktuell beim FC Liverpool) gelingt, der ja zuletzt bei der Heim-Niederlage gegen West Ham United nicht sonderlich gut ausgesehen hat.

Die legendäre WM-Wasserschlacht zwischen Polen und Deutschland (03. Juli 1974)
Die legendäre WM-Wasserschlacht zwischen Polen und Deutschland (03. Juli 1974)

Und wow, da ist ja noch die Nostalgie-Nummer-Aura des Austragungsortes Frankfurt/Sportfeld: Hach, weißte noch damals 1974, die „Regenschlacht“ gegen die topguten Polen im pitsche-patsche-nassen Waldstadion? Seien wir also milde und sehen vor der Gelsenkirchener-Barock-Schrankwand darüber hinweg, dass Oliver Bierhoff und Co uns ein Wochenende lang die Bundesliga wegnimmt. Und am 7. September geht’s dann gleich weiter gegen die Schotten, unterstützt zwar von lustigen, trinkfesten, lauten Supportern, die aber seit Dekaden schon nichts mehr gerissen haben.

ATP picture alliance / ATP
STANISLAW JAKUBOWSKI picture alliance / PAP
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