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NOMINEE BEGINNER: King Princess


Wer sich versichern will, dass die Welt sich weiterdreht, allen reaktionären Trotteln zum Trotz, sollte sich zur Erbauung das Video zu King Princess’ Song „Pussy Is God“ anschauen. „Your pussy is God and I love it / Gonna kiss me real hard, make me want it“, singt die junge Künstlerin in dem Lied, das ihrer Freundin gewidmet sein soll, zurückgelehnt und mit größter Selbstverständlichkeit. Dazu erblüht am Himmel ein Regenbogen, ganz so, als beginne unter der Herrschaft von King Princess endlich das Zeitalter der Liebe für alle.

Sie lehnte mit 11 Jahren einen Plattenvertrag ab

Mikaela Straus, wie King Princess wirklich heißt, wurde 1998 geboren, veröffentlich im Oktober ihr Debütalbum „Cheap Queen – und bringt jetzt schon das Selbstbewusstsein der großen Gender-Bender der Popgeschichte mit. Mal tritt sie im androgynen Streetstyle und ohne Make-up auf, dann wieder schminkt sie sich im varietéhaften Amanda-Palmer-Look. Ihr Coming-out soll Straus schon mit 13 Jahren gehabt haben. Als Kind verbrachte sie viel Zeit im Brooklyner Studio ihres Vaters, wo sie mit Stars wie den Arctic Monkeys, Sia und Cat Power rumhing. Mit elf Jahren bot man ihr den ersten Plattenvertrag an. Straus lehnte ab – weil sie sich noch nicht bereit fühlte.

Ihr Thema: Lesbische Liebe

Dem Expressweg zog sie es vor, an der University of Southern California in Los Angeles das Musikhandwerk zu lernen. Anfang 2018 wurde sie bekannt mit der Single „1950“, die direkt King Princess‘ Programm klarmachte: Der Song ist eine Hommage an den Roman „Salz und sein Preis“ von Patricia Highsmiths, ein Werk über eine lesbische Liebe in den konservativen 50er-Jahren. Ein kleines, feines Pianostück – aber Straus kann, wie schon ihre Debüt-EP „Make My Bed“ bewies, ebenso gut großes Kino: Ihr so geschichtsbewusster wie moderner Pop klingt in manchen Momenten, als würde Lordes queere Schwester Lana Del Reys Vision vom großen amerikanischen Popsong weiterträumen. Egal, welche Rolle sie gerade spielt: Eine der interessantesten jungen Stimmen im Pop ist King Princess eh.

Am 22. November wird erstmals der International Music Award in Berlin vergeben. Mehr zum IMA erfahrt ihr hier.


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