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NOMINEE STYLE: Sade

Sade – Inbegriff mondäner Eleganz

Als im Jahr 1984 „Smooth Operator“ veröffentlicht wurde, schien diese Musik zu schön, um wahr zu sein – und die Sängerin war noch schöner. Sie wurde zur Stil-Ikone, die Generationen prägte. Und „Diamond Life“, Sades Debütalbum, war die eine Platte, die jeder haben musste: eine geschmeidige, samtene Lounge-Variante von Cool-Jazz als Pop, der reine Luxus. Sade Adu, Tochter eines Nigerianers und einer Britin, hatte Modedesign studiert, als Fotomodell gearbeitet und seit 1980 in zwei Bands gesungen. Dann lernte sie den Saxofonisten Stuart Matthewman kennen, der fortan die Songs für sie schrieb und die Band anführte, die sie Sade nannten, weshalb die Gruppe nie so recht als Band begriffen wurde. Die Sängerin wurde zum Inbegriff mondäner Eleganz.

Nach dem Album „Promise“ (1985) wurden die Abstände zwischen den Veröffentlichungen immer größer: Sade Adu mied die Öffentlichkeit, sie schützte ihr Privatleben, sie lehnte Interviews ab. Die Beteilung an Live Aid 1985 und eine kleine Rolle in Julien Temples Film „Absolute Beginners“ (1986) blieben ihre auffälligsten Auftritte; bei den seltenen Konzerten litt sie unter Lampenfieber.

Je weniger, desto kostbarer

Je weniger Musik von Sade es gab, desto kostbarer wurde sie. In den 90er-Jahren erschien eine einzige Platte, „Love Deluxe“; der Song „No Ordinary Love“ war Teil des Soundtracks von „Ein unmoralisches Angebot“ (1994) und wurde mit einem Grammy ausgezeichnet. Erst im Jahr 2000 kehrte Sade mit „Lovers Rock“ zurück, strahlend wie je. Zehn Jahre später erschien „Soldier Of Love“ mit moderat modernerer Instrumentierung, doch unverkennbar somnambulen Sade-Songs. Zu den Erstaunlichkeiten dieser Karriere gehört, dass Sade-Platten in den USA noch erfolgreicher waren als in Europa. Der Konzert-Mitschnitt „Lovers Live“ dokumentiert ihre Amerika-Tournee im Jahr 2001: ein rares Dokument ihrer Aura von Charisma und Schüchternheit gleichermaßen.

So zurückhaltend Sade Adu ist, so entschlossen widmet sie sich ihren Anliegen: 2005 nahm sie den Song „Mum“ für das Benefiz-Album „Voices for Darfur“ auf, und sie engagiert sich seit langem gegen die brutale Praxis der Beschneidung von Frauen in Afrika. Nach zehn Jahren darf man sacht auf ein weiteres Album von Sade hoffen.



Holly Herndons „Spawn“-Programm: Taylor Swift oder Aretha Franklin mit Roboter-Gesang

IMA-Moderator Billy Porter staunte nicht schlecht, als Elektro-Musikerin und Stanford-Absolventin Holly Herndon in der Verti Music Hall seine Stimme auf ihrer Progamm-Entwicklung Spawn einspeiste und nahezu live künstlich reproduzierte. Ihre Experimente mit Stimmerzeugung durch Künstliche Intelligenz (KI) beschäftigen sie seit Jahren. Für ihr Album „Proto“ bekam sie einen IMA-Award in der Kategorie „Future“. Ihre Live-Konzerte versteht Herndon als fortlaufendes Experiment, bei denen sich das Spawn-Programm immer weiterentwickelt. Diese faszinierenden Soundstudien vor Publikum führten sie im Januar bis nach Australien. Dort wurde sie als kreative Zukunftsdeuterin gefeiert und zu den nächsten Schritten von KI in der Popmusik befragt. „Teams mit einer…
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