Oscar-Verleihung hatte Katastrophen-Quote


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Die 93. Verleihung der Oscars war mit Spannung erwartet worden. Wie würde sich die Academy-Jury im Angesicht der immer noch anhaltenden und die Branche zersetzenden Corona-Pandemie verhalten? Wie würden gesellschaftliche Reizthemen wie „Black Lives Matter“ und der mehr und mehr auch öffentlich diskutierte Hass auf American Asians einbezogen? Bekommen die großartigen Frauen im Kino (vor allem auch hinter der Kamera) endlich mehr Aufmerksamkeit?

Vieles davon spielte eine Rolle: Mit Chloé Zhao gewann zwar erst die zweite Frau auf dem Regiestuhl einen Goldjungen. Aber sie erhielt auch für das Stemmen der Produktion einen weiteren, noch wichtigeren für den „Besten Film“. Zudem hatte die klare Absage an den Rassismus eine große Bedeutung während der Show.

58 Prozent weniger Zuschauer bei den Oscars!

Doch neben der etwas rumpeligen Dramaturgie mit dem abwesenden Hauptdarsteller-Gewinner Anthony Hopkins zum Schluss gab es einen heftigen Wermutstropfen! Die Zuschauer blieben in Scharen weg. Wie das Statistikunternehmen Nielsen am Dienstag (27. April) meldete, waren 58 Prozent weniger dabei als bei der letzten Oscar-Verleihung. In Zahlen: 9,85 Millionen Zuschauer in der werberelevanten Zielgruppe der 18-49-Jährigen schauten zu, 2020 waren es noch 23,6 Millionen.

Überraschend ist das hingegen nicht, seit Jahren fallen die Einschaltquoten bei Live-Events. Auch bei Oscar, Grammy und Emmy sind von Jahr zu Jahr weniger Zuschauer dabei. Regisseur Steven Soderbergh, der in diesem Jahr für die Inszenierung des Events zuständig war, sagte deshalb auch im Vorhinein dem „Hollywood Reporter“ zu einer möglichen Furcht vor schlechten Einschaltquoten: „Wir machen uns Sorgen über Dinge, die wir kontrollieren können, und das ist nicht auf dieser Liste.“

Ein anderer Punkt darf nicht vergessen werden: Kaum ein Film war wegen der geschlossenen Kinos auf der großen Leinwand zu sehen, fast alles lief nur im Stream.