Paris Hilton spricht über Leak ihres Sex Tapes

Paris Hilton spricht in Washington über das ohne Zustimmung veröffentlichte Sexvideo und unterstützt ein Gesetz gegen KI-generierte Gewalt.

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Paris Hilton hat in Washington über das Sexvideo gesprochen, das im Jahr 2004 ohne ihre Zustimmung veröffentlicht wurde. Bei einem Auftritt auf dem Capitol Hill bezeichnete sie den Vorfall rückblickend klar als Missbrauch. Die Sängerin und Reality-TV-Persönlichkeit unterstützte dabei den sogenannten DEFIANCE Act, ein Gesetzesvorhaben zum Schutz von Betroffenen KI-generierter, sexuell expliziter Inhalte.

„Es war kein Skandal, es war Missbrauch“

Hilton sprach bei dem Termin gemeinsam mit der demokratischen Abgeordneten Alexandria Ocasio-Cortez aus New York sowie der republikanischen Abgeordneten Laurel Lee aus Florida. In einer emotionalen Rede machte sie deutlich, wie sehr sie das Ereignis bis heute prägt.

„Als ich 19 Jahre alt war, wurde ein privates, intimes Video von mir ohne meine Zustimmung mit der ganzen Welt geteilt“, sagte Hilton. „Man nannte es einen Skandal. Das war es nicht. Es war Missbrauch.“

Unterstützung für den DEFIANCE Act

Ihr Auftritt diente der Unterstützung des Disrupt Explicit Forged Images and Non-Consensual Edits Act, kurz DEFIANCE Act. Das parteiübergreifende Gesetz soll Opfern von KI-generierten, sexuell expliziten Inhalten ermöglichen, rechtlich gegen deren Erstellung, Verbreitung und gezielte Weitergabe vorzugehen.

Der Gesetzentwurf wurde bereits vom US-Senat verabschiedet. „Damals gab es keine Gesetze, die mich geschützt hätten“, erklärte Hilton. „Es gab nicht einmal Worte für das, was mir angetan wurde. Das Internet war noch neu – und die Grausamkeit, die damit kam, auch.“

Öffentliche Demütigung und Schweigen

Hilton schilderte, wie sie nach der Veröffentlichung öffentlich verspottet und zur Zielscheibe gemacht wurde. „Man beschimpfte mich, lachte über mich und machte mich zur Pointe“, sagte sie. „Mein Schmerz wurde für Klicks verkauft, und dann sagte man mir, ich solle still sein, weitermachen oder sogar dankbar für die Aufmerksamkeit sein.“

Niemand habe sie als junge Frau gesehen, die ausgebeutet worden sei, so Hilton weiter. Niemand habe nach der Panik, der Demütigung oder der Scham gefragt – und auch nicht danach, was sie verloren habe.

Die eigene Stimme zurückerobern

Hilton betonte, dass sie heute eine Plattform habe, um ihre Geschichte selbst zu erzählen – viele andere hätten diese Möglichkeit nicht. „Wenn dein Bild verletzt wird, verschwindet das nicht“, sagte sie. „Es lebt in dir weiter. Aber deine Kraft lebt dort auch.“

Das öffentliche Aussprechen der Wahrheit habe ihr geholfen, zu heilen. „Ich bin stolz, heute hier ohne Scham zu stehen“, erklärte sie. Abschließend sagte Hilton: „Ich werde weiter die Wahrheit sagen, um jede Frau, jedes Mädchen und jede Überlebende zu schützen – jetzt und in Zukunft.“

Hintergrund zum Sexvideo

Das Video wurde von Hiltons damaligem Freund Rick Salomon aufgenommen. In ihrem Buch „Paris: The Memoir“ aus dem Jahr 2024 beschrieb sie, dass sie sich von dem deutlich älteren Partner unter Druck gesetzt fühlte, die Aufnahmen zuzulassen.

Nach der Veröffentlichung im Jahr 2004 erklärte Hilton öffentlich, dass sie der Verbreitung nicht zugestimmt habe. Salomon verklagte sie daraufhin wegen Verleumdung, Hilton reichte Gegenklage ein und erhielt Schadensersatz, den sie vollständig spendete.

Langfristige Folgen und neue Projekte

Bereits 2021 hatte Hilton gegenüber Vanity Fair erklärt, das Video werde sie „für den Rest ihres Lebens verletzen“. Es sei ein privater Moment zwischen zwei Menschen gewesen, dessen Veröffentlichung für sie traumatisierend gewesen sei. Sie sprach von anhaltenden Belastungsreaktionen bis hin zu posttraumatischen Symptomen.

Am 30. Januar erscheint Hiltons neuer Dokumentarfilm „Infinite Icon: A Visual Memoir“. Der Film begleitet die Entstehung ihres gleichnamigen Albums aus dem Jahr 2024 und thematisiert, wie Musik ihr in schwierigen Phasen ihres Lebens geholfen hat. Zudem setzt sich Hilton darin mit der oft misogynen medialen Darstellung ihrer Person sowie mit eigenen Missbrauchserfahrungen an sogenannten Problemjugend-Schulen auseinander.

Emily Zemler schreibt für den ROLLING STONE USA. Hier geht es zum US-Profil