Paul Anka packt aus: Was er wirklich über Sinatra weiß

Paul Anka plaudert in neuer HBO-Doku über seine Zeit mit Frank Sinatra und dem Rat Pack. Anekdoten aus sechs Jahrzehnten Showbusiness in Las Vegas.

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Mit seinen 84 Jahren gehört das Ex-Teenager-Idol der Fifties zu den Legenden der amerikanischen Ur-Popmusik. Mit weltweiten Hits wie „Put Your Head On My Shoulder“ oder „Diana“ ist er bis heute ein allseits gefragter Crooner geblieben.Dass Paul Anka in seiner langen Las-Vegas-Karriere einiges erlebt hat, überrascht niemanden. Doch dass der Entertainer nun ausgerechnet mit einer Sauna-Anekdote über Frank Sinatra für Schlagzeilen sorgt, ist selbst für Hollywood-Verhältnisse ein spätes „Geschenk“ an den Showbiz-Mythos.

Die Sauna-Geschichte mit Sinatra

Wie das US-Klatschportal „TMZ“ meldet, bestätigte Anka mit seinem trockenen Humor die alten Gerüchte um Sinatras „beeindruckende physische Präsenz“ – und zwar jene, die man normalerweise nicht in der Discografie findet. Sondern in der Hose.„Ja, sein Penis war riesig“, sagte Anka, bevor er lachend hinzufügte: „Ich weiß allerdings nicht, was das für ihn bedeutet hat.“Anka erinnerte sich daran, wie er in den 60er-Jahren regelmäßig mit Sinatra und dem „Rat Pack“ im Spielerparadies in der Wüste unterwegs war. Die Männertruppe teilte dabei nicht nur die Bühne, sondern auch die Sauna – ein Ort, an dem Anka nach eigener Aussage „so seine Schwierigkeiten mit dem Blickkontakt“ hatte.Sinatra selbst war eher schmal gebaut. Dazu gibt es das viel zitierte Zitat von Sinatras Ex-Ehefrau Ava Gardner, dass zehn Prozent seines Körpergewichts zwischen seinen Beinen platziert waren. Ob wahr oder nicht: Geschichten wie diese sterben bekanntlich nie.

Milton Berle toppt alle

Und weil Paul Anka, einmal warmgeredet, nicht aufzuhalten ist, erwähnte er ganz nebenbei, dass US-Komiker-Legende Milton Berle in dieser Disziplin noch eindrucksvoller gewesen sei. „Crazy, of all people“, kommentierte er trocken. Inzwischen gibt es wohl auch keine Scheu mehr, diese schlüpfrigen Schnurren von „Damals“ zu erzählen.

Neue HBO-Dokumentation als Anlass

Das späte Showing Out kommt nicht von ungefähr. Eine neue HBO-Dokumentation über sein Leben mit dem Titel „Paul Anka: His Way“ ist erschienen und zeichnet den Weg vom jugendlichen Idol über den Komponisten des Sinatra-Welthits „My Way“ bis hin zum unermüdlich tourenden Elder Statesman nach.Trotz seines Alters bleibt Anka agil.

Er steht weiterhin auf der Bühne, arbeitet an neuer Musik und wirkt eher wie jemand, der noch ein paar Geschichten im Köcher hat – ob aus dem Studio, aus Vegas, vom Sunset Strip oder auch aus der Sauna.So bleibt Paul Anka das, was er immer war: ein Mann, der mit Charme und einem Schuss Selbstironie durchs Showgeschäft spaziert – und der nach über sechs Jahrzehnten punktgenau überraschen kann.

Ralf Niemczyk schreibt freiberuflich unter anderem für ROLLING STONE. Weitere Artikel und das Autorenprofil gibt es hier.