Platten, die wir lieben: „Come Out And Play“ von Twisted Sister


von

München ist keine richtige Großstadt. Das ist klar, aber mir wurde es im Winter 1985 bewusst. Nirgends war die Klappcover-Version von „Come Out And Play“ aufzutreiben! Das durfte nicht wahr sein. Das Schönste an dem Album war ja, wie Dee Snider aus dem grellgrünen Untergrund eines Gullis schaute, den Mund aufgerissen, in Fetzen gekleidet, das Gesicht allerdings perfekt geschminkt. (Ein Widerspruch, der mir erst später auffiel.) Beim guten alten WOM konnte ich die Preziose immerhin bestellen, sie kam eine Woche später an. Es war einer der schönsten Momente meiner Jugend: das Cellophan aufreißen, zum ersten Mal die Klappe öffnen und den Twisted-Sister-Sänger aus dem Kanal ragen sehen.Höre ich jemanden „geschmacklos“ raunen? Natürlich war es das. Und was gäbe es Besseres als geschmacklosen Heavy Metal, wenn man 13 ist und auf dem bayrischen Land lebt! Dee Snider, damals immerhin schon 30, sang mir aus dem Herzen: „I Believe In Rock’n’Roll“! „The Fire Still Burns“! „Lookin’ Out For #1“! Es ging meistens darum, dass man niemals aufgeben darf, sondern kämpfen muss für seine Träume. Das war mir ein Trost, auch wenn ich eigentlich (noch) gar nichts auszustehen hatte. Aber Twisted Sister hat doch nie einer ernstgenommen? Pah! Immerhin singt bei „Be Chrool To Your Scuel“ Alice Cooper mit, Billy Joel spielt das Piano, Clarence Clemons das Saxofon. Und – selbst mein Englischlehrer fand den Text interessant.


Werbung

Eine wilde Achterbahnfahrt der Gefühle: 5 emotionale Momente in „The Last of Us“

„The Last of Us Part II“ ist ab jetzt für die PlayStation 4 erhältlich – hier erinnern wir an die emotionalsten Momente aus dem ersten Teil.

Mehr Infos
Led Zeppelin: Warum hinter dem Bandnamen eigentlich ein Diss von Keith Moon steckt

Led Zeppelin ist dank Songs wie „Stairway To Heaven“, „Ramble On“ und „Whole Lotta Love“ jedem Rockf-Fan ein Begriff, doch längst nicht jeder weiß, wie die größte Rockband der Siebziger eigentlich zu ihrem Namen kam. Dahinter steckt nämlich ein wenig schmeichelhafter Kommentar eines befreundeten Musikers – dem früheren „The Who“-Schlagzeuger Keith Moon. https://www.youtube.com/watch?v=HQmmM_qwG4k Alles begann mit den Yardbirds Aber der Reihe nach: 1966, also zwei Jahre vor der Gründung von Led Zeppelin, wurde der Londoner Gitarrist Jimmy Page Mitglied bei The Yardbirds, um dort den ausgestiegenen Bassisten Paul Samwell-Smith zu ersetzen. Schnell etablierte sich der erfahrene Studiomusiker dort als Lead-Gitarrist…
Weiterlesen
Zur Startseite