TV-Fußnoten

„Proof“: Die Rückkehr der Jennifer Beals als Jenseits-Forscherin

E-Mail
TV-Fußnoten

„Proof“: Die Rückkehr der Jennifer Beals als Jenseits-Forscherin

Facebook Twitter Google+ Whatsapp Email Kommentare
von

„Just remember that death is not the end“, sang Bob Dylan einst. Auf diese (vielleicht) hoffnungsvolle Botschaft setzt auch die neue Serie „Proof“ (donnerstags um 21 Uhr bei TNT Glitz, im Original oder synchronisiert). Die Chirurgin Carolyn Tyler (Jennifer Beals) hat ihren Sohn verloren, ihre Ehe ist durch den Schicksalsschlag am Ende. Sie funktioniert noch, aber eher auf Autopilot, als plötzlich der Milliardär Ivan Turing (Matthew Modine) auftaucht und sie engagieren will. Er ist unheilbar krank und kann nicht akzeptieren, dass bald alles zu Ende sein könnte. Also soll sie erforschen, ob es ein Leben nach dem Tod gibt.

Man fragt sich natürlich, warum sich Turing nicht jemanden sucht, der besser für solche Studien geeignet ist als eine gewöhnliche Ärztin, aber um Realitätsnähe geht es bei „Proof“ nicht unbedingt. Die Serie ist eher auf Verwirrung angelegt. Kann es sein, dass…? Gibt es eventuell doch…? Die pragmatische Tyler zweifelt schnell an ihren festen Glaubenssätzen, bleibt Spintisierern wie dem Bestsellerautor Peter Van Owen (Callum Blue) gegenüber jedoch skeptisch – und von Folge zu Folge wird neu bewertet, was möglich scheint und was nicht.

„Proof“ fasziniert mehr durch die Darsteller als durch den Plot

Es sind weniger die nicht sonderlich originellen Geschichten über Nahtoderfahrungen, Geister und andere Phänomene, die „Proof“ sehenswert machen. Es sind zum Beispiel die wunderbar besetzten Nebenrollen: Matthew Modine („Birdy“) als verzweifelter Schnösel, der sich die Welt nach seinen Vorstellungen zurechtbiegen will, und Joe Morton („Scandal“) als Tylers durchtriebener Chef Charles Richmond. Vor allem ist es aber Jennifer Beals. Sehr viele Menschen, die in den 80er-Jahren sozialisiert wurden, werden bei ihrem Namen sofort ein Bild vor Augen haben: die Tänzerin Alex in „Flashdance“ (1983) mit diesem grauen Pulli, der ihr über die Schulter hing, und diesen Locken, die so unzähmbar schienen wie das Mädchen selbst.

Beals mochte den Film nicht sehr, sie hatte die Tanzszenen auch gar nicht selbst gespielt, und danach studierte sie erst mal in Ruhe zu Ende (Amerikanische Literatur). Anschließend drehte sie viel Quatsch, engagierte sich für Frauenrechte und fand erst mit der Serie „The L Word“ (2004 – 2009) wieder eine richtig gute Rolle. Auch in „Lie To Me“ und „The Mob Doctor“ fiel sie angenehm auf. Inzwischen ist Beals 51, aber immer noch genauso schön wie eh und je. Offensichtlich ein Wunder der Natur, denn anders als viele Kolleginnen sieht sie bei aller Faltenlosigkeit immer noch wie sie selbst aus. Und keine andere kann so schön skeptisch gucken, abgeklärt und empathisch zugleich. Ob sie allein durch ihre Präsenz „Proof“ in eine zweite Staffel retten kann? Die Hoffnung, das vermittelt ja auch die Serie, stirbt zuletzt.

"Proof"
„Proof“ mit Matthew Modine, Jennifer Beals und Joe Morton (v. l.)
Turner Entertainment Networks
E-Mail