Pulp live in Deutschland: Tickets, Termine, Vorverkauf
Im Juni kommen Pulp nach Deutschland. Alle Infos zu Terminen und Tickets hier.
Pulp kommen 2026 für zwei Konzerte nach Deutschland, um endlich ihr neues Album „More“ live vorzustellen – das Album des Jahres 2025 im ROLLING STONE.
Pulp
- 27.06. Berlin, Tempodrom
- 29.06. Köln, Palladium
Präsentiert von ROLLING STONE.
„More“ ist die erste Pulp-Platte seit 24 Jahren. Alterswerk klingt schlimm. Wären nur die Songs nicht so gut. Mit Produzent James Ford haben Pulp einen Retrosound eingerichtet, der im Disco-Arrangement an die „His ’n‘’Hers“-Zeit von 1994 erinnert. Manchmal auch an den Schlager von Santa Esmeralda („Got To Have Love“) samt David-Brent-artigem Cringe-Aufruf „Do You Even Know How To Spell It? L-O-V-E.“.
Die Ausformulierung „L-O-V-E“ hat Cocker Überwindung gekostet. „Ich arbeite an dieser Zeile, seit ich 30 bin.“ So lange habe der Song brachgelegen. „Niemals hatte ich das Wort Liebe verwendet, privat oder in einem Lied. Muss ich Liebe buchstabieren? In Wirklichkeit fordere ich Liebe nicht von euch, sondern kritisiere mein zu stolzes Selbst von 1996!“
Gesellschaft und Geschlechterrollen
Es geht in „More“ noch expliziter zu. Die hinterlistig schleichende Basslinie in „My Sex“ erinnert an Iggy Pops „Dirt“. Cocker intoniert: „I haven’t got an Agenda / I don’t even have a Gender“. Bei Fragen der sexuellen Selbstbestimmung, wie sie heute geführt werden, winkt Cocker allerdings ab: „Meine Frau fragte nach dem Hören des Songs nur – willst du mir jetzt mitteilen, dass Du schwul bist?“. Er schaut unbekümmert drein. „Ich hatte nie eine Vaterfigur, die mich aufklärte. Ich bin hilflos.“
„Because the years fly by in an instant“, sang Jarvis Cocker einst, und das stimmt. Doch die vorbeifliegenden Jahre sieht man ihm nicht an. In deutschen Porträts wird der alterslos erscheinende Schlacks immer, wirklich immer über seine extrem britische Britishness beschrieben. Der Storch wird er genannt. Die Giraffe. Der Pop-Professor im Tweed-Mantel mit Vollbart. Der Pop-Professor im Tweed-Mantel ohne Vollbart. Die Deutschen mögen solche Engländer. Es ist aber auch zum Heulen: Jeder, der neben ihm steht, sieht stets schlechter aus als er.