Regisseur und Schriftsteller Herbert Achternbusch ist tot


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Der Regisseur und Schriftsteller Herbert Achternbusch ist tot. Wie die „Süddeutsche Zeitung“ mit Berufung auf ihm nahestehende Personen berichtet, sei er Anfang der Woche im Alter von 83 Jahren gestorben.

Geboren wurde der vielseitig arbeitende Künstler 1938 in München. Seine Kindheit verbrachte Achternbusch im Bayrischen Wald bei seiner Großmutter. Er zog anschließend für sein Malerei-Studium nach Nürnberg. Sein künstlerischer Fokus lag jedoch nicht nur auf dem Malen. Auch die Schauspielerei, das Schreiben und das Filme machen reizten ihn schon früh.

Zum Werk von Herbert Achternbusch

Gleich sein erster Roman mit dem Titel „Die Alexanderschlacht“ wurde in der Literaturbranche als avantgardistisches Bravourstück gefeiert. Und auch als Dramatiker feierte er kurz darauf große Erfolge und sicherte sich gleich zweimal den Mülheimer Dramatikerpreis. Durch Branchengrößen wie Margarethe von Trotta und Werner Herzog gelangte er in den Siebzigern zudem zum deutschen Film. Seine Arbeiten zeichneten sich nicht nur durch ihren Low-Budget-Stil, sondern auch durch die provozierende Art und Weise aus, das typisch Bayerische auf die Schippe zu nehmen. So bekamen unter anderem in Filmen wie „Der Depp“ und „Bierkampf“ sowohl Franz Josef Strauß als auch das weltberühmte Oktoberfest ihr Fett weg.

Seine Werke wurden daher von vielen argwöhnisch betrachtet – wegen der Jesus-Porträtierung in „Das Gespenst“ wurde ihm sein aneckender Charakter als Filmemacher schließlich zum Verhängnis. Seine Förderung wurde vom CSU-Innenminister Friedrich Zimmermann gestrichen, was auch einen Knick in der Fernsehfilmkarriere von Herbert Achternbusch zur Folge hatte. Erst mit seinem Sieg vorm Oberverwaltungsgericht Münster konnte dieser 1992 abgemildert werden.

Claudia Roth: Tweet zum Tod von Herbert Achternbusch

Heute weiß die Politik die Genialität des Künstlers hingegen mehr zu schätzen. Dies zeigt auch ein Tweet, den Kulturstaatsministerin Claudia Roth zum Tod Achternbuschs veröffentlichen ließ.


Herbert Achternbusch: Gesundheitliche Probleme

Zu seinem 75. Geburtstag hatte Herbert Achternbusch angekündigt, sich beruflich zurückzuziehen. Seine Arbeit sei mittlerweile „vollendet“, hieß es damals. Laut „dpa“ sei es ihm bereits vor acht Jahren nicht mehr gut gegangen. „Ich mach gar nix mehr, geh nur noch zum Essen und Scheißen“, richtete Achternbusch in seiner für ihn typischen, direkten Art aus. Schon damals sollen ihn Probleme mit den Beinen belastet haben, weshalb ihm das Gehen in den letzten Jahren seines Lebens schwergefallen sei.