Review: „Kill Bill – The Whole Bloody Affair“

Tarantinos „Kill Bill“ kehrt als 275-minütiger Director's Cut zurück: „The Whole Bloody Affair“ vereint beide Teile erstmals ungekürzt auf der Kinoleinwand.

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Ob die „Kill Bill“-Saga Quentin Tarantinos Opus magnum ist, darüber sollen sich andere die Köpfe zermartern – fest steht: Die beiden Teile werden nun unter dem Titel „The Whole Bloody Affair“ zu einem 275 Minuten langen Einzelfilm gebündelt, kommen ins Kino und bilden die zitierfähigste, kreativste und im besten Sinne kindlichste Arbeit des Regiegenies. Den „Herrn der Ringe“ schaffte Produzent Harvey Weinstein einst nicht von drei auf einen Film zu kürzen; diese Miramax-Produktion über eine „Braut“ (Uma Thurman), die Karate-Rache an ihrem Peiniger Bill (David Carradine) und dessen Deadly Viper Assassination Squad nimmt, wurde 2003/2004 – zum Leidwesen Tarantinos – in „Volume I“ und „Volume 2“ aufgespalten.

Ein Film in zwei Teilen

Tarantino verstand beide Volumes stets als einen Film – und nur so kann er seit Jahren ankündigen, ihm fehle noch eine Regiearbeit bis zum selbst gesetzten Karriereende mit zehn Filmen (tatsächlich hat er diese Zahl damit längst erreicht). „Volume I“ ist Pop Art, eine Bruce-Lee-Hommage mit meisterhafter Martial-Arts-Inszenierung; „Volume 2“ ein elegischerer Spaghetti-Western über Vergebung und Sühne – inklusive einer herausragenden Leistung Michael Madsens.

Director’s Cut mit neuen Szenen

Die „Kill Bill“-Filme wurden damals mit Fake-Trailern im Grindhouse-Stil gezeigt, darunter „Machete“, aus dem Robert Rodriguez später einen eigenen Film machte. Ob sie auch vor der jetzigen „Bloody Affair“ im Kino laufen, ist noch unklar. In ausgewählten Kinos ist der Film als 70mm-Kopie zu sehen.

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Die neue Fassung enthält zusätzliche Szenen – es ist der erste Director’s Cut, den Tarantino je angefertigt hat – sowie den Kampf der „Braut“ gegen die Crazy 88s vollständig in Farbe, mit rotem statt schwarzweißem Blut, da „Kill Bill“ keine Zensur mehr droht. Über Bills Theorie zu Supermans Menschenbild diskutiert der ROLLING-STONE-Podcast „Freiwillige Filmkontrolle“ bis heute regelmäßig.