Wegen Oscar: Tom Hanks verteidigt Forrest Gumps Sieg über „Pulp Fiction“


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Noch immer gehört die Oscar-Verleihung des Jahres 1995 zu den umstrittensten der Geschichte. Als in der Königskategorie „Bester Film“ nicht etwa „Pulp Fiction“, sondern „Forrest Gump“ gewann, stieß jene Entscheidung in großen Teilen der Filmwelt auf Unverständnis: Während Gump als unverdienter Erfolg der alten Garde betrachtet wurde, sahen vor allem junge Cineasten in Tarantinos Streifen etwas Revolutionäres.

Einspielergebnis macht Hanks nach eigener Aussage zu „teuflischem Genie“

Nun hat sich Tom Hanks in einem Interview mit der „New York Times“ zu dem immer noch anhaltenden Diskurs über zwei der populärsten Filme überhaupt geäußert. „Die Sache mit ‚Forrest Gump‘ ist, dass er eine Milliarde Dollar eingespielt hat. Wenn wir nur einen erfolgreichen Film gemacht hätten, wären (Regisseur Robert Zemeckis) und ich Genies gewesen. Aber weil wir einen überaus erfolgreichen Film gemacht haben, waren wir teuflische Genies. Ist das ein schlimmes Problem? Nein, aber es gibt Bücher mit den besten Filmen aller Zeiten, und Forrest Gump taucht nicht darin auf, weil: ‚Oh er ist so ein kitschiges Nostalgie-Fest‘“, sagte der Darsteller.

„Pulp Fiction ist zweifelsohne ein Meisterwerk“

Er sei sich bewusst, dass es bei jeder Oscar-Verleihung einen Artikel gäbe, in dem darum ginge: „Der Film, der ‚Bester Film‘ hätte gewinnen sollen“ – und zu diesem werde immer „Pulp Fiction“ gekürt. „’Pulp Fiction‘ ist zweifelsohne ein Meisterwerk“, sagte er – „Forrest Gump“ sei es aber auch: „Es gibt einen Moment von nicht zu leugnender, herzzerreißender Menschlichkeit in ‚Forrest Gump‘, als Gary Sinise – er spielt Lieutenant Dan – und seine asiatische Frau an dem Tag, an dem Forrest und Jenny heiraten, zu unserem Haus kommen … Dann sehe ich ihn an und sage: ‚Lieutenant Dan.‘ Wenn ich jetzt daran denke, kommen mir die Tränen. Forrest und Leutnant Dan verstehen in diesen vier Worten – ‚magische Beine‘; ‚Leutnant Dan‘ –  alles, was sie durchgemacht haben, und empfinden Dankbarkeit für jedes Quäntchen Schmerz und jede Tragödie, die sie überlebt haben“, so der 65-Jährige.