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Van Morrison Keep Me Singing

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In dem Song „Let It Rhyme“ singt Van Morrison: „Let it rhyme/ In time you’ll be mine.“ Das Keyboard seicht, eine Pedal-Steel-Gitarre seufzt, Streicher sülzen, Chorgesang setzt ein, dann tönt eine Mundharmonika, die Orgel spielt ein Solo, Van singt: „Too much water flowing underneath the bridge.“ Am Ende fragt er: „Can you meet me at the wishing well?“ Ist das noch Muzak – oder schon Weisheit?

Es ist natürlich Weisheit. Van Morrison schreibt jetzt all die Songs, die Rod Stewart demnächst singen will. „Every Time I See A River“, dumdidumm, dippeldidapp, huu-huu, gestopfte Trompete, „I don’t need your picture at the wall“, „Every time I hear a sad song/ It reminds me of what we had been/ Feels like we’re in love again/ Just can’t stand it no more/ Haven’t heard your voice in quite a while“. Das gesamte Ambiente dieses Albums, seine Refrains und Arrangements, seine Phrasen und Phrasierungen, seine Brücken und Ornamente sind fürs Wohlgefühl eingerichtet. „You keep me singing/ It’s a new beginning/ When the day is done“: Die Harmonika schwingt sich auf, Vans Chorsängerinnen glühen.

Wenn es dunkel wird über Memory Lane

Jedes Stück ist wie gemalt, jede Wendung sitzt, alle Klischees stimmen, jeder Musiker hat 24 Karat, und in der Kurmuschel brennt noch Licht. Und lustig ist es auch noch: „I was Mr. Nice Guy too long/ And I found out/ That was wrong.“ Heißt „Out In The Cold Again“. The cold black night.

Nach vier Liedern ist man ergriffen, dann kommt „Memory Lane“, die Gitarre zirpt, jetzt steigt Mark Knopfler ein, man liegt am Boden, und bei „In Tiburon“ kann man sich nur noch Elysien vorstellen, Shangri-La, wenn nicht die Shangri-Las, den schönsten Ort der Welt. Mit „The Pen Is Mightier Than The Sword“ variiert Van eine seiner liebsten Stanzen, musikalisch listig als formelhafter Tanztee-Gospel inszeniert. „Caledonia Swing“ beschließt die Platte mit Caledonia Swing, so wie „Celtic Swing“ vor 33 Jahren der einzige Celtic Swing war.

Alles Ungebärdige ist aus den Songs des Van Morrison gewichen, er schreit auch nicht mehr, aber nun ist er auch 71, und was soll die Nörgelei, wenn es dunkel wird über Memory Lane? Wir wollen den Meister loben. (Caroline)

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  • Klaus

    Hat sich doch seit SOUNDS-Zeiten wenig geändert in der Rockmusikberichterstattung und -Plattenkritik.

  • Peter Bach

    Tolle Scheibe !