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Blondie Pollinator


In „Doom Or Destiny“ sind Joan Jett und Laurie Anderson zu hören, Devonté Hynes alias Blood Orange hat „Long Time“ geschrieben, Dave Sitek von TV On The Radio „Fun“, Sia und Strokes-Gitarrist Nick Valensi geben sich für „Best Day Ever“ die Klinke in die Hand, Johnny Marr hat bei „My Monster“ seine Finger drin, und Charli XCX sitzt bei „Gravity“ mit im Boot. Angesichts einer solchen Allstar-­Gästeliste stellt sich die Frage: Haben Blondie zu ihrem elften Studioalbum auch selbst noch etwas beigesteuert?

Aber ja!

Pop, Punk und Disco auf ein und dieselbe Tanzfläche, in ein und denselben Song zu bringen, das kann in dieser Form nur die legendäre Band um Debbie Harry; seit mehr als 40 Jahren macht sie nichts anderes. Viele der neuen Songs erinnern durch melodische Zitate an alte Zeiten, an „Hanging On The Tele­phone“ und „Heart Of Glass“. Debbie Harry nennt die Zusammenarbeit für „Pollinator“ ein „Recycling-Jubelfest“. Alter Wein in neuen Schläuchen ­also – was nicht heißen soll, dass dieser Wein nicht mehr schmeckt. Früher aber hatte er eine berauschendere Wirkung. (BMG)


Im Sog der Leidenschaften: Erinnerung an die eruptiven Filme von Nicolas Roeg

Nicolas Roeg ist immer ein Außenseiter des Kinos geblieben. Fast könnte man sagen, dass er diesen Platz ganz bewusst verteidigt hat vor den (allerdings spärlichen) Versuchen, ihn zum Klassiker des experimentellen Kinos zu erheben. In fast allen seinen Filmen porträtierte er ganz buchstäblich Außerirdische, Verstoßene, dem Höllensumpf der Gesellschaft entflohene Sonderlinge, die dem Ruf der Wildnis auf Gedeih und Verderb verfallen sind und zwanghaft nach ihrer Identität suchen. Natürlich kennt die ganze Welt „Wenn die Gondeln Trauer tragen“ (1973), der im englischen Original so wundervoll wie weltabgewandt „Don’t Look Now“ heißt. Eine inzwischen kultisch verehrte und gespenstische Meditation über den…
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