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Bobbie Gentry The Girl From Chickasaw County


Das Mädchen Roberta Streeter aus Chickasaw County in Mississippi kam mit 13 Jahren nach Los Angeles, versuchte sich als Sängerin und in Theatergruppen und als Tänzerin in Las Vegas, änderte ihren Namen in Bobbie Gentry, bekam mit 23 Jahren einen Plattenvertrag bei Capitol Records, nahm ihr herzzerreißendes Lied „Ode To Billie Joe“ auf, das sie berühmt machte, veröffentlichte in jedem Jahr mindestens eine Platte, schäkerte mit dem 1968 ähnlich jungen, frommen und populären Glen Campbell, hatte Anfang der 70er-­Jahre eine Fernsehshow – und gab alles auf. Ihre letzte Single erschien 1978, ihr letzter öffentlicher Auftritt datiert von 1982. Zuletzt wurde sie in einer Gated Community außerhalb von Memphis gesehen.

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Die Greta Garbo des – was? In den USA galten Gentrys Songs als Coun­try Music, was sie auch waren. Bobbie Gentry war das „Delta ­Sweete“. Sie war eine Songschreiberin. Sie war ­eine berückende Erscheinung. Und sie fühlte sich sehr wohl im Fernsehen. Aber Mitte der 70er-­Jahre wollte das Fernsehen sie nicht mehr, der Film „Ode To Billy Joe“ war kein Erfolg, und als sie 40 Jahre alt war, wollte sie nicht mehr. Sie war keine stählerne Magnolie.

Die sieben Platten für Capitol, zwischen 1967 und 1973 erschienen, sind samt den BBC-Aufnahmen das Gesamtwerk der Bobbie Gentry – hier als nackte CDs in Passepartouts gesteckt, mit einem verschwenderischen Text-und-Bild-Band. Die Alben schritten den ganzen Weg ab vom Landmädel und der Dorfschönheit über die Kameliendame, die Boudoir-Verführerin und die Hippie-Mamsell. Sie sang entzückende Folk-­Songs, gewaltige Schmachtfetzen, wuchtige Southern-Soul­Erweckungslieder wie „He Made A Woman Out Of Me“, sentimentale Beatles-Songs („Mother Nature’s Son“, „Eleanor Rigby“, „­Here, There And Everywhere“) und – kaum waren es Hits – „In The Ghetto“ und „Raindrops Keep Fallin’ On My Head“ in den überkandidelten Arrange­ments der Zeit.

Schöner wäre es nicht geworden. (­Universal)


Die besten Hardrock-Alben aller Zeiten: Guns N' Roses - „Appetite For Destruction“

Heute will es keiner gewesen sein, aber damals gab es nicht wenige Leute, die Guns N'Roses für eine durchschnittliche Hardrockband hielten, deren Debüt auch nicht viel besser sei als das von Faster Pussycat. Im METAL HAMMER bekam „Appetite For Destruction“ 1987 drei von sieben Punkten, man empfahl, lieber „Electric“ von The Cult zu kaufen. Inzwischen weiß jeder, dass es – neben „Born In The USA“ und „The Joshua Tree“ – das Rockalbum des Jahrzehnts war: eine dieser Platten, auf die sich notfalls alle einigen können. Und das liegt nicht an den Frisuren oder Tätowierungen oder am eher albernen Slogan von…
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