Search Toggle menu
Die Streifenpolizei - der Podcast für Film & Serien vom Rolling Stone & Musikexpress

Brian Fallon Painkillers


Brian Fallon ist jetzt 36, da kann er schon mal eine erste Bilanz ziehen. Mit The Gaslight Anthem ist der Sänger um die Welt gezogen, sein Held Bruce Springsteen hat ihn gelobt, viel mehr kann ein einfacher Mann nicht verlangen. Vielleicht wäre die Band aus New Jersey auch noch in die großen Stadien gekommen, aber nach fünf Alben kündigte sie im letzten Sommer eine Pause an – auf unbestimmte Zeit.

Fallon arbeitete sofort weiter, er nahm sein Solodebüt mit Produzent Butch Walker (The Donnas, Pete Yorn) in Nashville auf – dort fühlte er sich zuletzt mit seiner Band schon sehr wohl. „Painkillers“ hat aber nur einen gedämpften Country-Einschlag, manchmal wird auch folkig geklampft, doch im Grunde bleibt Fallon bei dem, was er am besten kann: Rockmusik ohne Wenn und Aber. Er geniert sich nicht, Chöre und Geklatsche einzubauen, kein Song überschreitet die Vier-Minuten-Grenze, es gibt keine Seltsamkeiten oder Ausflüge irgend­wohin. Fallons Refrains sind immer mitsing-, seine Geschichten jederzeit nachvollziehbar.

In „A Wonderful Life“ fordert er mehr vom Leben ein, viel mehr als nur bloßes Überleben: „I want a life on fire/ Gone mad with desire/ I don’t want to survive/ I want a wonderful life.“ Die meisten von Fallons Songs sind Liebeslieder, und nur selten gehen sie gut aus, aber selbst das todtraurige „Nobody Wins“ wird von einer Melodie aufgefangen, die den Text Lügen straft – es geht doch weiter, solange der Sarg noch nicht zu ist und die Chance besteht, eine Frau kennenzulernen, wie er sie später im schunkelnden „Mojo Hand“ beschreibt. Bei „Smoke“ kratzt Fallons Stimme gegen die gefällige Melodie und die klatschenden Hände an, während ihn bei „Steve McQueen“ nur eine leise Akustikgitarre unterstützt. Es liegt viel Sehnsucht in der Fantasie, dass er ein Rennfahrer sein könnte und sie seine Beifahrerin: „You and me in British racing green/ They can hold us down/ They break your pride/ If it gets too rough/ You can climb inside.“ Natürlich erinnert das an Springsteen und „So Mary, climb in“, und natürlich steigt jede Frau ein, die weiß, was Romantik ist.

Kooperation

Wer zugeben kann, dass Rob Thomas ein paar sehr gute Songs geschrieben hat, und sich gern an die Wallflowers erinnert, wird diesem Album nicht widerstehen können.


Anna Calvi live in Berlin: Nennt es „The Anna Calvi Experience“

Die Gitarre wirkt an der sylphidenhaften Erscheinung in scharlachrot wie ein gigantischer Vorschlaghammer, dessen Wucht vom ersten Ton an die Luft im ausverkauften Berliner Astra wabern lässt. Kontrolle bedeutet Macht, dessen ist sich Anna Calvi bewusst. Die wird sie an diesem Abend auch nicht mehr abgeben. „I opened the door wide / I wanted to survive“, so formuliert sie ihren natürlichen Überlebensinstinkt im männlich dominierten Revier der mit E-Gitarren-bewaffneter Jäger. Die Bühne ist eingehüllt in weiße, rote und schwarze Nebelwolken, die sich zu einem dunkelgrauen, unheilvollen Dunst vermengen. Wie der Nebel selbst gleitet Calvi mit ihrer Telecaster hauchzart vom Opener…
Weiterlesen
Zur Startseite