Bruno Mars
The Romantic
Warrner
Der Romantiker setzt neue Maßstäbe in Sachen Soul, top produziert und ohne nervenden Schmalz
Entweder hat man bestimmte Gene – oder man hat sie nicht. Bruno Mars verfügt einfach über eine Glücks-DNA. Inbegriffen: eine großartige Stimme, ein Gespür für Melodien, und auch noch Esprit und Charme. Nach zehn Jahre Warten („24K Magic“ erschien tatsächlich 2016!) meldet er sich mit einem Paukenschlag von einem vierten Album zurück. „Risk It All“ beginnt mit einem Bläsersatz, der alle Romantiker dahinschmelzen lässt und setzt dann zur akustischen Gitarre seine Geheimwaffe, den Falsettgesang, ein. So transformiert er Dean Martin und Frank Sinatra in die Neuzeit!
Musikalisch geht es nur auf Top-Niveau weiter: Streicher und ausgefeilte Arrangements beherrschen „Cha Cha Cha“. „I Just Might“ setzt die Happy-Go-Lucky-Tradition von „Marry You“ fort. Disco-Pop in den Fußstapfen von Klassikern wie Leo Sayers „You Make Me Feel Like Dancing“. Im Chicano Soul beheimatet touchiert der 40-jährige Hawaiianer diesmal praktisch jede Spielart von Black Music. Da darf eine typische 70er-Soul-Ballade wie „God Was Showing Off“ nicht fehlen. Längst befindet sich Bruno Mars auf Augenhöhe mit den Größen dieser Zeit. Und so atmet „On My Soul“ auch den Geist von Curtis Mayfield – inklusive entsprechendem Gitarrensolo. Ein Salsa-Schlenker fehlt ebenso wenig wie die weltumfassende große Tränendrüsen-Popballade („Nothing Left“).
Kein Gramm zu viel, kein Gramm zu wenig
Ein letzter Tanz, „Dance With Me“, und wir haben ebenfalls noch einen adäquaten Abschluss, nach dem nichts mehr kommen kann. Kein Gramm zu viel, kein Gramm zu wenig. Und nach neun Stücken (Qualität statt Quantität!) merken wir: Sogar der zuvor oft nervende Schmalz ist weg!
Produziert hat Bruno dieses „Marsterwerk“ kongenial mit dem Kollegen D’Mile, als Songwriter standen ihm sein Buddy Philip Lawrence sowie James Fauntleroy und Brody Brown zur Seite. Es wird schwer werden für die Konkurrenz, auf diesem Niveau standzuhalten.