Clemens Setz Die Stunde zwischen Frau und Gitarre

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Natalie Reinegger ist kein gewöhnliches Mädchen – die 21-Jährige ist eher eine Mädchenmaschine, wie sie auch in einem Roman von Dietmar Dath vorkommen könnte. Sie ist Synästhetikerin, Epileptikerin und Digital Native. Sie nimmt mit dem iPhone Gespräche mit fremden Männern auf (denen sie anschließend einen bläst) und montiert sie mittels App zu einem riesigen Non-sequitur-Text. Nach ihrer Ausbildung zur Pflegerin arbeitet sie in einem Heim für Geisteskranke und ist dort Bezugsperson für den misogynen Stalker Alexander Dorm, der die Ehefrau seines Opfers Christopher Hollberg in den Selbstmord trieb. Ebendieser Hollberg kommt ihn erstaunlicherweise regelmäßig besuchen und spielt ein seltsames Spiel mit ihm und dem Pflegepersonal. Doch mit Natalies psychopathologischer Energie hat er nicht gerechnet. Clemens Setz hat den meistdiskutierten Roman des Herbstes geschrieben, der ob seiner Länge (über 1.000 Seiten) abschreckt und ob seines Inhalts nicht selten abstößt. Man kann nur warnen: Intensive Lektüre führt zu zwanghaftem Leseverhalten.

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