Dan Auerbach Waiting On A Song


Noch entspannter als bei seinem Bandprojekt The Arcs agiert der Black Key auf seinem zweiten Solo­album. Dass er ein Retronerd ist, der die Pop-Historie genauer studiert als viele seiner Zeitgenossen, hat er mehr als einmal bewiesen. Und so betören auch hier wieder die kleinen Vignetten, Harmonieschnipsel, die im kollektiven Radio­hörergedächtnis gespeichert sind, etwa der an George Harrisons „My Sweet Lord“ gemahnende Sing-along „Shine On“ und der fröhliche Sixties-Shuffle des Titelstücks.

Das soulige „Malibu Man“ setzt Streicher und Bläser gegen Chöre und Groove; Bill Withers hätte es nicht besser arrangieren können. „Cherrybomb“ klingt wie ein Stück von Becks „Odelay“, „Stand By My Girl“ evoziert Big Star und Brinsley Schwarz. Alles hübsch, alles bravourös drapiert, aber gerade in seiner perfekten Ausgewogenheit auch ein wenig charakterlos. Auerbachs Problem ist, dass er vieles recyceln und für die Gegenwart aufbereiten kann, selbst aber wenig hinzuzufügen hat. Die Hipster werden’s ihm danken, die Alten hören weiter die alten Platten. (Warner)


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