David Gilmour Rattle That Lock

Smi Col/Sony Music

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Das dritte Soloalbum von David Gilmour wirkte wie ein Schwanengesang: „On An Island“ (2006) reflektierte die vergangenen Jahrzehnte und den langsamen Fluss der Zeit. Zusammen mit alten Freunden wie Phil Manzanera und Robert Wyatt besang Gilmour die sich schließenden Kreise der class of ’67 und spielte eine wehmütige Musik, die seine Fähigkeiten mit großer Tiefe auf den Punkt brachte.

Vielleicht waren „On An Island“ und die 2014 in Gedenken an den verstorbenen Rick Wright veröffentlichte Pink-Floyd-Coda „The Endless River“ ein Abschluss; Gilmours neues Werk, „Rattle That Lock“, geht in mehreren Tracks neue Wege, versucht andere Instrumentierungen und Einflüsse. Wie man hört, begann das Album auf einem französischen Bahnhof: Gilmour war fasziniert von einem vier Töne umfassenden Jingle, der Lautsprecherdurchsagen ankündigte, und machte daraus den Titelsong von „Rattle That Lock“.

Auch an zwei, drei anderen Stellen dieses unter anderem wieder mit Manzanera und Wyatt aufgenommenen Albums macht man einen mediterranen Einfluss aus, etwa bei „Faces Of Stone“, einem langsamen Walzer mit Holzbläsern. Eine Soloklarinette umspielt Gilmours Gesang, im Hintergrund klingt eine Zwölfsaitige wie einst bei „Hey You“. Beim melodischen Blues „Dancing Right In Front Of Me“ spielen Chanson- und Jazz-Elemente eine Rolle. Das schönste Lied heißt „A Boat Lies Waiting“: Zu einem großartigen Pianothema singen Gilmour, David Crosby und Graham Nash, als stünden sie an ewigen Gestaden.

Die stilistischen Ausflüge werden auf „Rattle That Lock“ in gut entworfene Variationen des gilmourschen Stilrepertoires eingekleidet. „Today“ und der Titelsong fußen auf einem für Gilmour typischen Britfunk-Riff, man denkt ein wenig an den 80s-Art-Rock von Roxy Music und David Bowie, freilich aber auch an groovige Pink-Floyd-Songs wie „Have A Cigar“. „In Any Tongue“ ist eine feierliche Ballade ähnlich „Comfortably Numb“ oder „On The Turning Away“. Dazu finden sich hier natürlich vier, fünf dieser unverwechselbaren Gitarrensoli über längere instrumentale Passagen bzw. Songs – sie sind Gilmours Art, die Welt zu bedenken.

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