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David Sylvian und Holger Czukay Sylvian/Czukay


Grönland

Der respektvolle Umgang, mit dem Grönland das Werk des verstorbenen Can-Bassisten Holger Czukay pflegt, ist bemerkenswert. Nach der famosen „Cinema“-Box veröffentlicht Herbert Grönemeyers Label nun die beiden Platten, die Czukay Ende der 80er-Jahre mit dem ehemaligen Sänger der New-Wave-Band Japan, David Sylvian, aufgenommen hat, als Doppelalbum.

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Auf den ersten Blick eine sonderbare Paarung: Der walrossbärtige Avantgardist und der filigrane Super­ästhet hatten sich 1983 bei den Aufnahmen zu Sylvians erstem, noch komplett songorientiertem Solo­album, „Brilliant Trees“, kennengelernt. Im Winter 1986 trafen sie sich im Can-Studio wieder, wo Sylvian sich an Czukays Harmonium in Trance spielte, während Czukay Sounds und Geräusche loopte. Eigentlich hätte der hübsche Brite bloß den Gesang für einen Track auf Czukays „Rome Remains Rome“ beisteuern sollen.

Sphärisches Mäandern

Stattdessen stand am Ende der Nacht ein 16-­minütiger Ambient-Track namens „Premonition“. Tags darauf nehmen sie ein weiteres Stück auf, „Plight“. Irgendwann crasht dort eine Art elektrische ­Säge sekundenlang in das harmonische Barmen, zwei Minuten später ein asiatisches Zupfgerät, ­eine Flöte und ein paar Piano-­Anschläge. Es geht also auch einmal etwas kraftvoller zur Sache „Klingt wie ein erstarrter und dann gerahmter Moment“, schreibt David Toop im Booklet. Als hätte man Brian Eno mit Anselm Kiefer zum Spielen geschickt.

Bei einer weiteren Session im Jahr darauf lud Czukay seine Can-Kollegen, den Schlagzeuger Jaki Liebezeit und den Gitarristen Michael Karoli, sowie Marcus Stockhausen samt Flügelhorn ins Studio. Doch das zweite Sylvian/Czukay-­Album knüpft nahtlos an das sphärische Mäandern des ersten an, bis Karoli seine Gitarre zupft und knapp vier Minuten später das Horn sacht einsetzt. Die Harmonien wachsen und verschwinden wie Eiskristalle am Fenster. Eine schöne Musik. Man kann sie beruhigend finden. Am­bient für Kathedralen, sehr weich, verschneit und romantisch

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12. Tomorrow Morning (2010) ★★★ Endlich erfasst ihn, den Trauerkloß, den an den eigenen Gefühlen verzweifelnden Waldschrat, doch noch etwas Glück. „Tomorrow Morning“ ist die kolibrileichte Platte, von der niemand angenommen hätte, dass sie jemals von den Eels kommen würde. Der Abschluss einer Trilogie über Himmel und Hölle der Liebe (mit den Vorgängern „Hombre Lobo“, 2009, „End Times“, 2010) schwebt mit „Spectacular Girl“ über den Wolken, labt sich an grausam redundanten Computersound-Experimenten („Baby Loves Me“) und überrascht mit sorgsam kompilierten Synthie-Beats, die an den Electro-Folk von Beck erinnern. Everett vielleicht sogar entspannt: „I Like The Way This Is Going“. Jetzt…
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