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Dinosaur Jr. Give A Glimpse Of What Yer Not

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Das extraordinäre Gitarrenspiel von J Mascis kennen wir – und sind doch immer wieder davon fasziniert. Genau wie von seinem Faible für alberne Baseballkappen, unfassbare Brillen und extrem geschmacklose Plattencover. Auch dass er mit dem anderen kreativen Dickschädel der Band, dem Bassisten Lou Barlow, immer wieder aneinandergerät, dürfte sich inzwischen herumgesprochen haben. Selbst dass der Kopf von Sentridoh, Sebadoh und Folk Implosion zwar wenige, oft aber die besten Songs für Dinosaur Jr. geschrieben hat, muss vielleicht nicht mehr erwähnt werden. Weitaus weniger Beachtung findet in einer Branche, die nach Menschen, Tieren, Sensationen giert, der vermeintlich langweilige Faktor Konstanz. Seit ihrer Wieder­vereinigung 2005 hat die ursprünglich in den 80er‑Jahren in Amherst/Massachusetts gegründete Band kein einziges schlechtes Album veröffentlicht; ja, es waren sogar ausschließlich sehr gute Alben.

Und das neue? Ist fantastisch, wie jede andere Platte von Dinosaur Jr. auch. Das behauptet zumindest kein Geringerer als Henry Rollins in einem Ankündigungsvideo für „­Give A ­Glimpse Of What Yer Not“, und natürlich hat er recht. Das liegt sicherlich nicht daran, dass Dinosaur Jr. sich neu erfunden hätten oder erwachsen geworden wären; solchen Quatsch behaupten ja viele Künstler, die nicht wissen, was sie tun. ­Mascis, Barlow und Schlagzeuger Murph ziehen weiter ihr Ding durch, diese rasante Mixtur aus Classic, Noise- und Punkrock, Genöle und Gegniedel, herzallerliebsten Melodien und Feedbackfreuden.

Viele Songs – man höre nur „Tiny“ oder „I Told Everyone“ – klingen wie der typische Dinosaur-Jr.-Song, was als Qualitätsmerkmal zu verstehen ist, nicht als Makel; nicht umsonst ist diese Band verteufelt schwer zu covern. Eine Ausnahme bildet das wunderbar sehnsüchtige „Love Is …“, geschrieben und gesungen, natürlich, von Barlow, wie auch der ergreifende, musi­kalisch facettenreiche Ausklang des Albums, „Left/Right“. Hervorzuheben sind zudem das traurige, aber gar nicht traurig klingende „Lost All Day“ sowie „I Walk For ­Miles“, grundiert von mächtigen Gitarrenriffs, das Tempo zwischenzeitlich verschleppend, um dann mit einem so unvermeidlichen wie unwiderstehlichen Gitarrensolo hinsichtlich des lärmenden Wohlklangs noch eins draufzusetzen.

Und ist das nicht gerade die Essenz der Rockmusik schlechthin? Der Krach und die Euphorie, die kompromisslose Haltung, das Außenseitertum und der signifikante Sound, die Melancholie und die Eufonie: Kaum eine Band bringt all das so flanellhemdsärmelig zusammen wie Dinosaur Jr.

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