Eagles Of Death Metal

Heart On

Downtown/Cooperative

Josh Homme behauptet ja nach wie vor, die Eagles Of Death Metal seien keineswegs eine Nebensache, sondern für ihn eben so wichtig wie Queens Of The Stone Age. Vielleicht muss man das langsam glauben- immerhin erscheint mit „Heart On“ schon das dritte Album des Duos.

Dabei ist das Nebensächliche das Schöne an diesen Eagles. Homme und Highschool-Kumpel Jesse Hughes grinsen sich durch diese Lieder, die alle dem Moment zu entspringen scheinen und eben deshalb großen Spaß machen. Auf „Heart On“ sind wieder kräftig pumpender R&B und leicht verdrehter Rock’n’Roll.

„Wannabe In L.A.“ ist mit seinem Beach Boys-Riff ein instant classic über Menschen, die nach L.A. kommen, dort aber nicht hingehören. „Secret Plans“ schwankt zwischen Buddy-Holly-Unschuldigkeit, Surf-Melodie und überdrehtem Glam. Das Titellied ist zunächst eine Stones-Hommage, im Chorus übernimmt dann aber eine derbe Fuzz-Gitarre. Und dann ist da die gar nicht ironische Ballade „Now I’m A Fool“, die man sich auch von My Morning Jacket vorstellen könnte.

Homme und Hughes kommentieren ihre Repliken natürlich mit den hier üblichen eigenartigen Melodien, Falsettgesängen und Stoner-Rock-Sounds, die den Pastiche auch immer etwas monströs wirken lassen. Heraus kommen fabelhafte Zwittergestalten, die gleichzeitig betören und irritieren.

Dass die Eagles Of Death Metal nicht nur ein Projekt sind, glaubt man am Ende der Platte dann tatsächlich. Wegen der durchgängig hohen Qualität des Materials. Wegen der detailverliebten Arrangements und der geschmackvollen Produktion. Und weil es weder Hughes‘ noch Hommes Art ist, sich so viel Spaß entgehen zu lassen. (Downtown/Cooperative)