Franz Ferdinand Always Ascending


Es ist eine leicht bittere Ironie, dass ausgerechnet diese stets um Innovation und Sophistication bemühte Band heute beinahe altmodisch wirkt mit ihrer Mischung aus Disco, New Wave und Glamrock. Denn Veränderungen haben die Schotten immer angestrebt, doch selten erreicht. Stattdessen wurden die Abstände zwischen ihren Platten zunehmend größer.

Auch „Always Ascending“ enttäuscht fünf Jahre nach „Right Thoughts, Right Words, Right Action“ und der mäßigen Kooperation mit den Sparks im Jahr 2015 zuerst mit dem üblichen FF-Trademark-Sound: pumpende Bässe, eingängige Riffs – alles schon besser gehört. Aber dann kommen der wundervoll mäandernde Popsong „Paper Cages“, das herrlich zerklöppelte „Finally“ und das ironisch zwischen wummerndem College-Rock und Funk-Licks oszillierende „Huck And Jim“.

„The Academy Award“ ist Alex Kapranos’ schwelgerische Dandy-Hymne, auf Augenhöhe mit Ray Davies und Jarvis Cocker. So ist man am Ende doch wieder versöhnt und glücklich, dass es Franz Ferdinand noch gibt. (Domino)


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