Galaxie 500 „On Fire“, „Today“ und „Live“



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Heute nennt man solche verschlurften, verhallten Gitarenkreisel zum Beispiel „Dream Pop“; Ende der 80er-Jahre verstand man Galaxie 500 vor allem in der Tradition von Velvet Underground, bloß merkwürdig friedlich und schläfrig. Sänger und Gitarrist Dean Wareham machte nie einen Hehl aus seiner Bewunderung für Lou Reed, und dessen Gniedelei ahmte er kunstvoll nach. Sein Gesang indes schien immer aus weiter Ferne herüberzuwehen wie aus einem Tunnel – oder einer Halle aus Watte.

Zwischen 1988 und 1990 veröffentlichten die drei Amerikaner „On Fire“, „Today“ und „This Is Our Music“, damals waren Galaxie 500 der Inbegriff einer Independent-Band. Die neuen Editionen dieser traumwandlerischen Alben enthalten Peel-Sessions, Raritäten und Outtakes aus den Jahren 1987 bis 1990 (darunter eine Version des Beatles-Stücks – natürlich – „Rain“) und ein Konzert in Kopenhagen, aufgezeichnet in den späten Tagen. Damon Krukowski und Naomi Yang versuchten sich später an putziger Hippie-Idyllik, Dean Wareham setzte mit Luna die somnambulen Mantras fort. 1993 stand er bei der Tournee von Velvet Underground im Vorprogramm auf der Bühne. Luna nahmen noch ein paar hübsch versponnene Alben auf, und das war es dann mit der Herrlichkeit. Die Alben sind einander ebenbürtig – kaufen Sie einfach alle. (Domino)

Arne Willander


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