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INXS Kick 30



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Obwohl sie Australier waren, schon Ende 20. Bereits seit zehn Jahren aktiv, fünf Alben im Backkatalog, international wenig beachtet. Und doch: Im Endspurt der letzten drei Monate 1987, im Superstar-Musikjahr des Jahrzehnts, zogen INXS an allen in den Charts vorbei: U2, Guns N’ Roses, –George Michael und Michael Jackson. „Kick“ war der Überraschungserfolg. Die sechs Musiker, wettergegerbt, bäuerlich sexy, wurden geliebt wie Newcomer, wirkten wie von hinten ins Rampenlicht geschubst. Das Video der ersten Auskopplung, „Need You Tonight“, bestand aus billigen Montagen, wie Manfred Sexauers „Musikladen“ entnommen – weil keiner ahnen konnte, dass bald die ganze Welt das sehen würde.


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Ihre fünf größten Hits befinden sich unter diesen zwölf Albumsongs. Fünf Monolithen. Der Sex-Funk von „Need You Tonight“, der Chic-Drive von „New Sensation“, und mit der Rolling-Stones–Hommage „Devil Inside“ ein Lied über Flugangst, das erstaunlicherweise nicht ängstlich, sondern aggressiv war. Dazu der Blues von „Mystify“ sowie die Trennungsballade „Never Tear Us Apart“.

Hätte das alles nur weniger schillernd, dafür erdiger geklungen! Auch das Remaster offenbart, dass sich INXS womöglich im falschen Jahrzehnt befanden. Sie wollten Rock und bekamen Glastanzfläche. Die im Original von Chris Thomas (Pink Floyd, Queen) produzierte Platte wirkt auch in Giles Martins Neuabmischung flach. Die Streicher von „Never …“ haben, wie vor 30 Jahren schon, den Sound zweier gedrückter Keyboardtasten. „Guns In The Sky“ könnte auch ein blechernes Big-Beat-Outtake von Tears For Fears sein. Der kraftvollste Song dieser Ära versteckt sich unter den Bonustracks, und hier auch nur als Demo: „Jesus Was A Man“ als seltenes Beispiel dafür, wie INXS klingen können, wenn Michael Hutchence nicht wie sonst jede Art von Gefühl erotisiert und von eigenen Begierden singt. Eine fast schon U2-artige Gitarrenhymne über die Geschichte der Zivilisation: „Jesus was a man, Hitler was a man, Gandhi was a man.“


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Erst vor fünf Jahren erschien eine Jubiläumsedition, 2022 gibt es sicher den nächsten „Kick“, aber die hier auf drei CDs und einer Blu-ray versammelten Extras werden dadurch nicht schlechter. „Move On (Guitar Version)“, die B-Seite „On The Rocks“ oder eben das „Chicago Demo“ von „Mystify“ haben jene Aura von göttlicher Selbstsicherheit, die nur solchen Melodien eigen ist, die jeden fehlgeleiteten Studioregler überstehen. (Universal)


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