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J. G. Ballard High-Rise


Rechtzeitig zur Verfilmung durch Ben Wheatley wird J. G. Ballards Roman aus den Siebzigern wieder aufgelegt. Der frisch geschiedene Arzt Robert Laing gehört zur Mittelschicht des 40-stöckigen Hochhauses an der Peripherie Londons. Zu Beginn von „High-Rise“ verspeist er auf seinem Balkon einen Hund. Drei Monate zuvor stieß man auf die Vollbelegung der Luxusimmobilie an. Doch rasch bilden sich im „Selbstmörderpalast“ gesellschaftliche Schichten heraus, erste Konflikte wegen vermeintlicher Nichtigkeiten zeichnen sich ab. Geplagt von Schlaflosigkeit, scheint jeder nur dar auf zu warten, dass sein Nachbar einen Fehler macht. Ist es die effiziente Architektur mitsamt ihrer Technologie selbst, die das antisoziale Verhalten begünstigt,? „High-Rise“ geht weit über die Analyse einer Psychologie des Hochhauslebens hinaus und bietet ein Panoptikum der Gegenwart. (diaphanes, 17,95 Euro)


Im Sog der Leidenschaften: Erinnerung an die eruptiven Filme von Nicolas Roeg

Nicolas Roeg ist immer ein Außenseiter des Kinos geblieben. Fast könnte man sagen, dass er diesen Platz ganz bewusst verteidigt hat vor den (allerdings spärlichen) Versuchen, ihn zum Klassiker des experimentellen Kinos zu erheben. In fast allen seinen Filmen porträtierte er ganz buchstäblich Außerirdische, Verstoßene, dem Höllensumpf der Gesellschaft entflohene Sonderlinge, die dem Ruf der Wildnis auf Gedeih und Verderb verfallen sind und zwanghaft nach ihrer Identität suchen. Natürlich kennt die ganze Welt „Wenn die Gondeln Trauer tragen“ (1973), der im englischen Original so wundervoll wie weltabgewandt „Don’t Look Now“ heißt. Eine inzwischen kultisch verehrte und gespenstische Meditation über den…
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